Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BRAUNAU. Beleidigungen, Verschwörungstheorien und Aggression - der Ton in sozialen Medien wird immer rauer. Die Autorin Ingrid Brodnig ging in der HTL Braunau den Fragen auf den Grund, warum das Internet eine so gute Plattform für Hass und Hetze bietet und was Nutzer dagegen tun können.

Foto: Wodicka
  1 / 2   Foto: Wodicka

Jeden Tag tauchen auf Facebook gefälschte Bilder, manipulierte Zitate und „Fakten“ auf. „Oft fehlen die Quellen“, weiß Ingrid Brodnig. Dennoch fallen viele Nutzer auf diese bewussten Falschmeldungen verschiedenster Interessensgruppen herein oder wollen vielleicht sogar auch daran glauben. Hier sachlich zu argumentieren, ist meist aussichtslos und wird mit Beschimpfungen beantwortet, erklärt die Journalistin und Autorin, die für ihr Buch „Hass im Netz“ in den digitalen Welten recherchierte.

Hasspostings verbreiten sich schnell

Hinzu kommt, dass sich gerade solche Postings voller Hass und Hetze äußerst schnell verbreiten. Dass sie ihrem Gegenüber nicht in die Augen sehen müssen, macht es für viele leichter hart zu sein, erklärt Brodnig, außerdem erhalten grobe Postings mehr Zustimmung, denn die Menschen reagieren stärker auf Emotionen. Verstärkt wird dieser Umstand noch durch die Technik, denn ein Algorithmus hinter Facebook bestimmt, welche Beiträge Nutzern angezeigt werden. Und Postings mit vielen Reaktionen werden vom System als relevant eingestuft. Dies erkläre auch, warum Populisten auf Facebook meist erfolgreicher unterwegs sind als andere Politiker. „Sie profitieren sowohl vom menschlichen als auch vom technischen Aspekt.“

Hass nicht mit Hass beantworten

Doch was können Nutzer gegen Lügengeschichten, Mobbing und das raue Diskussionsklima in sozialen Netzwerken tun? „Wir sind nicht komplett hilflos“, sagt Brodnig, wichtig sei es, an seinen Werten festzuhalten und auf Hass nicht nicht mit Hass zu antworten. Sachlichkeit und Höflichkeit sind hier die erste Wahl. Dem Ganzen mit Humor zu begegnen wäre die Königsdisziplin. Gerade bei Falschmeldungen, etwa in Fällen von übler Nachrede, seien zudem mehr juristische Schritte nötig, dafür gibt es spezielle Medien-Anwälte. Aber auch die Betreiber der Plattformen seien gefordert, in solchen Fällen konsequenter zu reagieren.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden