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BRAUNAU. Der Asylbescheid ist positiv, der Auszug aus der Asylunterkunft steht unmittelbar bevor. Doch bei vielen Asylberechtigten stellt sich nun die Frage: wohin jetzt? Denn Wohnungen sind für sie rar. Die Volkshilfe Flüchtlings- und Migrantinnenbetreuung appelliert daher an private Vermieter, Vorurteile abzulegen und ihnen eine Chance zu geben.

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Während die Arbeitsvermittlung im Bezirk Braunau dank vieler offener Unternehmen bereits gut klappt, ist das Thema Wohnung für Flüchtlinge immer noch ein schwieriges, weiß Elisabeth Angermayr von der Volkshilfe Flüchtlings- und Migrantinnenbetreuung Braunau. Im Rahmen des Projekts SI – Starthilfe zur Integration unterstützt sie Flüchtlinge und subsidiär Schutzbedürftige bei ihren ersten Schritten nach dem positiven Bescheid. Rund 80 Personen hat sie derzeit in Betreuung, viele davon benötigen dringend eine Wohnung. Höchstens vier Monate dürfen sie noch in der Grundversorgung bleiben, dann müssen sie aus der Asylunterkunft ausziehen.

Drohende Wohnungsnot

„Die Volkshilfe schmeißt sie nicht gleich raus, wenn sie nach dieser Zeit noch keine Wohnung gefunden haben, doch gewerbliche Unterkunftgeber sind da oft strenger“, weiß Angermayr und ist daher dankbar für die Hilfe vieler Freiwilliger: „Ohne diese säßen schon viele auf der Straße.“ Doch warum ist es so schwer, Wohnungen für Flüchtlinge zu finden? Nach der Kürzung der Mindestsicherung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte auf höchstens 560 Euro spielt natürlich die Leistbarkeit eine große Rolle, sofern noch kein Job gefunden wurde. Geförderte Wohnungen von Genossenschaften kommen aufgrund der Vergabekriterien, wie ein bereits bestehender Wohnsitz in der Gemeinde, nicht in Frage. Somit sind die Wohnungssuchenden meist auf private Vermieter angewiesen, doch Vorurteile lassen diese oft zurückschrecken. „Wenn sie hören, dass es sich um Syrer oder Afghanen handelt, winken viele ab“, weiß Angermayr: „Manche Vermieter haben auch nur Österreicher in ihrem Haus und wollen keine Ausländer dazumischen.“ Dabei würde dies einer Gettoisierung vorbeugen.

Appell an Vermieter

Angermayr appelliert daher besonders an private Vermieter, sich zu öffnen und sich zu melden, wenn sie eine freie Wohnung haben und versichert, dass diese von der Volkshilfe nicht allein gelassen werden: „Wenn es irgendein Problem gibt, kümmern wir uns darum und stehen unterstützend zur Seite.“ Bisher habe sie viel positives Feedback erhalten, etwa, dass die Flüchtlinge sehr darauf bedacht sind, die Miete regelmäßig zu bezahlen. Schließlich hängt für sie von der Wohnung einiges ab.

Wer eine Wohnung zu vermieten hat, ist eingeladen, sich unter 0676/87347238 oder elisabeth.angermayr@volkshilfe-ooe.at zu melden.


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