Forschung: Kinderverschickung nach Braunau im Ersten Weltkrieg
BRAUNAU. Annette Pommer ist im Zuge ihrer Diplomarbeit zum Thema „Kinderverschickung im Ersten Weltkrieg“ auf der Suche nach Dokumenten aus dem Jahre 1918.

Annette Pommer aus Handenberg studiert Germanistik und Geschichte an der Universität Salzburg. Der Forschungsschwerpunkt für ihre Diplomarbeit liegt auf dem Bezirk Braunau, der im Zuge des „Kaiser Karl-Wohlfahrtswerkes“ im Jahr 1918 Gastgeber hunderter nordböhmischer Kinder war.
Die Kinderverschickung ist ein weitgehend unerforschtes Kapitel des Ersten Weltkrieges. Deshalb hat sich Pommer zum Ziel gesetzt, dieses Stück Geschichte aus der Sicht der Menschen zu beleuchten, die als Kinder verschickt wurden, um so den Hungersnöten zu entgehen. „Für mein Projekt bin ich auf der Suche nach Tagebüchern, Briefen, Postkarten und Fotografien, die die Aktion Kinderverschickung in den Kriegsjahren 1917–1918 dokumentieren“, erzählt Pommer.
Der Begriff „Kinderverschickung“ existierte zu dieser Zeit allerdings noch nicht. „Falls jemand die Kurrent-Schrift in den alten Schriftstücken nicht lesen kann, übernehme ich die inhaltliche Auswertung natürlich gerne“, sagt Pommer. Ein entscheidender Hinweis zur Erkennung relevanter Texte ist die Nennung des Erz- und Riesengebirges als Herkunftsort der Kinder.
Die Idee dazu kam der Studentin während eines Seminars an der Universität, in dem Tagebuchaufzeichnungen aus dem Krieg untersucht wurden. Da die Archive, abgesehen von Zeitungsartikeln, kaum Aufzeichnungen zur Verschickung nordböhmischer Kinder nach Braunau haben, wendet sich Pommer nun an die Bevölkerung selbst.
Auch wenn nur eine Vermutung besteht, dass in den Dokumenten Hinweise zur Kinderverschickung enthalten sein könnten, bittet Pommer um Kontaktaufnahme über annette.pommer@gmx.at oder unter 0660/7013155.


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