Enttäuschung und Zuversicht nach der Nationalratswahl - Stimmen aus Braunau
BRAUNAU. Die Wahl ist geschlagen und eine neue Bundesregierung steht in den Startlöchern. Tips fragte bei den Kandidaten im Bezirk Braunau nach, was sie vom Ergebnis halten. Aktuell sieht es danach aus, als wäre künftig kein Braunauer im Nationalrat vertreten.

Gerald Weilbuchner, ÖVP, Burgkirchen
„Ich freue mich über ein klares Plus von 6,2 Prozent und damit ein ÖVP-Ergebnis von 34,9 Prozent. Ein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben. Ich persönlich danke 4126 Menschen, die mich direkt gewählt haben. Trotz des bezirksinternen Wettbewerbs konnte ich 36 von 46 Gemeinden für mich entscheiden und somit springe ich auf der Wahlkreisliste von Platz 5 auf Platz 2. August Wöginger ist mit 7110 Vorzugsstimmen die klare Nummer 1 im Wahlkreis und er hat daher einen Rechtsanspruch auf das eine erreichte Grundmandat. Ich bin der erste Nachrücker und würde beispielsweise zum Zug kommen, wenn Wöginger Minister wird. Ich werde weiterhin alles für die Menschen im Bezirk Braunau geben.“
Andrea Holzner, ÖVP, Tarsdorf
„Braunau hat mit 35 Prozent ÖVP gut gewählt. Schade ist, dass die ÖVP im Bezirk wieder keinen Nationalrat oder eine Nationalrätin stellen kann. Ich bedanke mich bei allen Wählerinnen und Wählern, die mir mit ihrer Vorzugsstimme ihr Vertrauen geschenkt haben. Die starken Stimmenzuwächse der ÖVP in unseren Oberinnviertler Gemeinden zeigen, dass auch Frauen gute Politik machen. Unterstützt von meinen Bürgermeisterkollegen konnte ich während des Wahlkampfes das Thema Salzachbrücke wieder in den Blickpunkt rücken. Ein Thema, das wir weiter mit Nachdruck verfolgen werden.“
Wolfgang Pohler, FPÖ, Tarsdorf
„Das Ergebnis ist für mich mehr als erfreulich, gerade im Wahlkreis Innviertel. Dieses Ergebnis zeigt mir deutlich, dass die Menschen sich in unserem Land eine für sie positive Veränderung wünschen. Vor der Wahl wurde auch viel gesprochen und versprochen, für mich persönlich der größte Wunsch ist, dass auf die Land-Gemeinden besonderes Augenmerk gelegt wird, siehe Verkehr, Ärztemangel und Pflegeregress. Hier ist unbedingt mit viel Gefühl seitens des Bundes ein finanzieller Ausgleich nötig, um die Gemeinden nicht noch mehr zu überfordern. Hoffen wir, dass das, was vor der Wahl versprochen wurde, auch nach der Wahl gehalten wird. Ich danke auch allen, die mir eine Vorzugsstimme zukommen haben lassen.“
Gabriele Knauseder, SPÖ, Braunau
„Leider haben wir unser Mandat verloren. Das ist enttäuschend, weil das Ergebnis sehr knapp war und ich dachte, wir haben gute Arbeit im Bezirk geleistet. Nun ist für das Innviertel keine Vertretung mehr da. Ich habe das Amt von Harry Buchmayr erst vor drei Monaten übernommen, das ist natürlich wenig Zeit, um sich bekannt zu machen. Rückblickend war es eine sehr anstrengende Zeit, aber mit vielen positiven Erlebnissen. Ich nehme mir sehr viel davon mit. Jetzt will ich erstmal ein wenig Abstand von der Wahl gewinnen und mich dann wieder neu orientieren. Gerne würde ich im Bezirk Braunau meine politische Arbeit fortsetzen und die guten Verbindungen nach Ried und Schärding weiter pflegen.“
David Stögmüller, Grüne, Braunau
„Das Wahlergebnis ist natürlich katastrophal. Es zeigt ganz klar, dass wir unsere Politik überdenken müssen, klarere Botschaften brauchen und dass wir massive interne Strukturprobleme haben. Ja, das ist so und was es jedenfalls braucht, ist ein Neustart. Peter Pilz, und das zeigt auch die Wählerstromanalyse, hat uns nur minimal geschadet. Wir müssen uns wieder auf unsere Grundwerte besinnen, Natur-, Umwelt- und Tierschutz, und uns klar für eine Politik entscheiden, die die Menschen brauchen und beschäftigt – gerade am Land. Ich werde weiterhin Abgeordneter im Bundesrat sein und mich weiterhin mit vollem Einsatz für den Bezirk Braunau und für Oberösterreich einsetzen.“


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