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„Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung leisten derzeit Großartiges“

Tips LogoSevim Demir, 30.03.2020 11:05

OÖ. 531 Menschen mit Beeinträchtigung werden aktuell von der Lebenshilfe Oberösterreich begleitet. Gewöhnlich sind es mehr als 1.850 Menschen. Aufgrund der Corona-Krise übernehmen Angehörige derzeit häufig im abgegrenzten familiären Umfeld, wenn möglich, diese Aufgabe.

  1 / 2   Ein Bewohner und Betreuer aus dem Wohnhaus in Großraming (Steyr-Land). Foto: Lebenshilfe Oberösterreich

Seit dem 16. März sind die Werkstätten der Lebenshilfe geschlossen, lediglich ein Notbetrieb ähnlich wie in den Schulen betreut Menschen mit Beeinträchtigung, deren Angehörigen in Zeiten der Corona-Krise in Schlüsselberufen tätig sind. Auch der Betrieb von Kindergärten, der Hort und die mobile Frühförderung wurden vorübergehend überwiegend eingestellt. „Alle Eltern, die für ihre beeinträchtigten Kinder die nicht in Anspruch nehmen, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der sozialen Kontakte und somit zur Eindämmung des Virus“, betont Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich.

Lebenshilfe dankt Angehörigen

„Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung leisten derzeit Großartiges. Sie übernehmen oft Aufgaben einer 24-Stunden-Pflegekraft, und das häufig zusätzlich zu ihren beruflichen Verpflichtungen. Dafür gebührt ihnen großer Dank und Anerkennung“, so Helga Scheidl. Die Präsidentin der Lebenshilfe Oberösterreich ist selbst Mutter eines Sohnes mit Beeinträchtigung und hat sich schweren Herzens dazu entschieden, ihren Sohn in der Wohneinrichtung der Lebenshilfe zu belassen. „Die Entscheidung, meinen Sohn in der Wohneinrichtung zu belassen, ist uns nicht leichtgefallen. Aufgrund der Ansteckungsgefahr können keine Besucher in den Wohnhäusern empfangen werden, ein Wechsel zwischen Wohneinrichtung und Elternhaus, wie es bei uns an Wochenenden üblich ist, ist aus Sicherheitsgründen ebenso nicht möglich. Letztendlich fiel die Entscheidung deshalb so aus, da mein Mann und ich zur Risikogruppe zählen“, erklärt Helga Scheidl. Diese belastende Entscheidung mussten viele Familien treffen, bei anderen Bewohnern stellte sich die Frage ohnehin nicht, da ihre Eltern bereits verstorben sind.

„Wir hoffen, den Betrieb unserer Werkstätten bald wieder aufnehmen zu können, um die Angehörigen entlasten zu können. Die Eindämmung des Virus geht natürlich vor, jedoch ist uns auch bewusst, dass die körperliche und psychische Belastung der betreuenden Angehörigen wohl mit jedem Tag steigt“, so Gerhard Scheinast abschließend.


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