Nach Gesprächen mit Dynatrace: Bürgerinitative ist weiter gegen 64-Meter-Hochhaus

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Jürgen Affenzeller Tips Redaktion Jürgen Affenzeller, 12.01.2022 14:40 Uhr

LINZ. Der geplante Bau eines 64 Meter hohen Hochhauses und einer siebenstöckigen Hochgarage mit 350 Stellplätzen unmittelbar beim 2019 fertiggestellten Dynatrace-Firmensitz sorgt weiter für Diskussionen: Auch eine Präsentation der Projektpläne von Dynatrace am Dienstagnachmittag sorgte bei der Bürgerinitiative „Nachbarschaft 25er Turm“ nicht für Beruhigung, im Gegenteil: „Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto haarsträubender wird es“, lautete der Tenor vor Ort.

„Der gültige Bebauungsplan für das geplante Hochhaus ist, ob sie es glauben oder nicht, aus dem Jahr 1967, also 55 Jahre alt. Da war ich noch nicht einmal auf der Welt, die Mondlandung noch nicht erfolgt, nicht einmal die VOEST-Brücke war errichtet. Und genau dieser Bebauungsplan soll nach wie vor gültig und sinnvoll sein? Und dort wo die Garage errichtet werden soll, wurde der Bebauungsplan vor nicht einmal zwei Jahren geändert und muss nun erneut geändert werden. Sagens einmal, was soll das? Haben die gar keinen Genierer mehr? Glauben die, sie können sich alles erlauben?“, kann es Initiatorin Doris Reichl gar nicht fassen, wie hier von Seiten der Projektentwickler aber auch der Stadt vorgegangen wird.

Kindergarten unmittelbar neben der Autobahn

Die ausgebildete Raumplanerin Christina Butterling hat sich die letzten Wochen in den Fall akribisch eingearbeitet. „Also da haperts schon gewaltig bei diesem Entwurf.  Da soll ein 64 Meter hohes Hochhaus und eine 7-stöckige Hochgarage mit 350 Stellplätzen unmittelbar neben Wohnbauten errichtet werden, obendrauf auf der Garage ist auch noch ein Kindergarten mit „Spielplatz“ nur wenige Meter entfernt von der lauten und abgasreichen Autobahn geplant. All das wäre nur möglich mit willkürlichen Anlasswidmungen und Bebauungsplanänderungen. Es gibt auch keine sinnvolle Begründung oder städtebauliche Grundlage, keinen leistungsfähigen ÖV, das ÖEK (Örtliche Entwicklungskonzept) und die Ergebnisse der Städtebaulichen Kommission sagen genau das Gegenteil aus, nämlich dass die Gebäudehöhen jedenfalls unter der Hochhausgrenze liegen sollte.“

10-Punkte Hochhausprogramm „eine Farce“

Scharf kritisiert wird dte Linzer 10-Punkte Checkliste für Hochhäuser. „Auf einer A4 Seite werden von der Stadt sozusagen ein paar Hausaufgaben gefordert. Nur wer prüft die Qualität dieser Hausaufgaben? Wir haben sehr viele Fragen gestellt und viele davon konnten nicht beantwortet werden. Zudem wollten die Projektentwickler die Nachbarn einzeln oder in kleinen Gruppen einladen, oder wie ist es zu erklären, dass viele Anrainer, darunter auch ich, die nur etwa 60 Meter entfernt wohnt, gar keine Einladung erhalten haben und wir uns selbst einladen mussten? Eine ernst zu nehmende Bürgerkonsultation muss alle rund 200 Anrainer einbeziehen. Diese Veranstaltung muss noch stattfinden“ fordert Butterling vehement.

200 Unterschriften von Anrainern

„Wir haben bereits die Unterschriften von über 200 Anrainern“, berichtet Franz Hofer von der Initiative. „Ich lebe seit über 80 Jahren hier. Das Hochhaus würde mehrere Stunden Totalbeschattung pro Tag für das gesamte Wohngebiet bis hin zur Industriezeile bedeuten. Auch eine für Linz wichtige Firma mit vielen Arbeitsplätzen kann so einen Eingriff in unsere Nachbarschaftsrechte nicht rechtfertigen. Um unsere Rechte jedoch zu wahren, haben wir auch Rechtsanwalt Helmut Blum beauftragt uns zu unterstützen.“

 

 

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