Zubau soll Platzproblem in Mattighofner Schulkomplex lösen
MATTIGHOFEN. Die Debatte um die Sonderschule in Mattighofen ging in eine weitere Runde. Eltern und Lehrer luden zu einer Pressekonferenz ein, um die Mängel im Provisorium zu veranschaulichen und gemeinsam mit den politischen Vertretern eine möglichst rasche Lösung zu finden.

„Als ich am 5. April erfahren habe, dass die Sonderschule nicht übersiedeln darf, war ich entsetzt“, erzählte Direktor Rudolf Perhab bei der Pressekonferenz des Zentrums für Inklusiv- und Sonderpädagogik (ZIS) in ihrem Provisorium, dem alten Stadtamt. Wie Tips bereits berichtete, müssen die dreizehn Schüler hier vorerst bleiben, obwohl in der neuen Volksschule, die am 23. Juni offiziell eröffnet wird, zwei Klassenräume für sie vorgesehen sind. Der Grund: Es herrscht wegen der neu eingerichteten schulischen Nachmittagsbetreuung schon jetzt Platzmangel im Neubau.
Mangelhaftes Provisorium
Eltern und Lehrer machten bei der Pressekonferenz deutlich, wie unzufrieden sie über diese Situation sind. Nicht nur, dass die Kinder hier völlig isoliert von anderen Kindern sind, sondern auch, weil das Provisorium, in dem die Sonderschule seit drei Jahren untergebracht ist, äußerst mangelhaft und ungeeignet sei. Die Räume im alten Stadtamt seien viel zu klein und beengt, der Teppichboden rieche unangenehm und es sprieße der Schimmel. Außerdem gibt es ein massives Problem mit dem Brandschutz. „Wir fühlen uns betrogen um die Rechte unserer Kinder“, betonte die Elternvertreterin Melanie Huber, „wir wollen aber keine Schuldzuweisungen, sondern eine passende Lösung finden.“
Maximal ein Jahr
Diese Mängel seien bis jetzt nicht gemeldet worden, bedauert Bürgermeister Friedrich Schwarzenhofer. Es sollen nun umgehend Maßnahmen gesetzt werden, damit es noch ein weiteres Jahr erträglich ist. Denn so lange müsse die Sonderschule noch maximal hier bleiben. Dieses Versprechen ließ sich der Bürgermeister abringen, nachdem der Vorschlag, die Nachmittagsbetreuung in den Containern, die bisher am Volksschulparkplatz standen, unterzubringen, zurückgewiesen werden musste. Die Genehmigung sei abgelaufen und der Platz werde für eine Bus-Umkehr benötigt.
Zubau ist auf Schiene
Hinsichtlich eines Zubaus bei der Volksschule sei jedoch schon einiges in Bewegung gekommen, berichtete Schwarzenhofer. Zwei Herren des Landes seien bereits zum Lokalaugenschein hier gewesen. Er habe sechs weitere Klassenräume vorgeschlagen, dies müsse jedoch noch genehmigt werden. Landesrätin Christine Haberlander habe bereits eine Zusage gegeben, dieses Projekt bevorzugt zu behandeln.
Etwas verärgert zeigte sich Schwarzenhofer jedoch über den Vorwurf von Seiten des Landes, dass dieses nichts von dem gesteigerten Bedarf gewusst habe. Der Bürgermeister konnte mehrere Schreiben vorlegen, in denen die zuständige Abteilung darüber informiert wurde.
Gute Zusammenarbeit
Auch wenn Eltern und Lehrer ihre Wunschlösung nicht durchsetzen konnten, so vertrauen sie doch auf die weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und eine rasche Fertigstellung des Zubaus. Alle Beteiligten streben einen Umzug allerspätestens mit dem Start des Schuljahres 2019/20 an – doch je früher, desto besser.


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