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Die unsichtbare Gefahr im Garten – So überwintern Tigermücken-Eier in Blumentöpfen

Tips LogoThomas Leitner, 28.10.2025 15:22

TIROL. Die Mückensaison scheint vorbei, doch die Gefahr lauert unsichtbar im Garten: Die Eier der gefährlichen Asiatischen Tigermücke überleben in Blumentöpfen und Gießkannen den Winter. Experten warnen eindringlich vor der tickenden Gesundheitsbombe. Nur sofortiges Handeln stoppt die Ausbreitung der Dengue-Überträger.

Tigermücke (Foto: stock.adobe/Pawich Sattalerd)
Tigermücke (Foto: stock.adobe/Pawich Sattalerd)

Der Sommer ist vorbei, die Grillabende sind Geschichte und die Mückenplage scheint beendet. Doch während die ausgewachsenen Plagegeister absterben, bereitet sich die Asiatische Tigermücke auf ihre Rückkehr vor. Ihre gefährlichen Eier überdauern kalte Wintermonate unbemerkt in kleinsten Wasseransammlungen und sind eine tickende Zeitbombe für den nächsten Sommer. Diese unsichtbare Gefahr macht eine sofortige und konsequente Herbstaktion in jedem Haushalt zur dringenden Pflicht.

Gesundheitsdirektorin Theresa Geley schlägt Alarm: „Ein einziger vergessener Blumentopfuntersetzer reicht oft aus, um im Frühjahr wieder eine neue Generation von Tigermücken hervorzubringen!“ Das Land Tirol ruft deshalb zum gezielten Präventionskampf auf. Die Bedrohung durch die invasive Mückenart, die tropische Erreger wie Dengue- und Zika-Viren übertragen kann, ist ernster, als viele annehmen.

Wenige Millimeter entscheiden über die nächste Plage 

Die Tigermücke (Aedes albopictus), kleiner als eine 1-Cent-Münze und leicht an ihren weißen Streifen zu erkennen, nutzt unseren Leichtsinn. Ihre Weibchen legen die Eier knapp über der Wasseroberfläche ab – dort, wo sie monatelange Trockenheit und Kälte unbeschadet überleben können. Selbst wenn das Risiko einer Krankheitsübertragung in Tirol momentan gering ist, bleibt die Prävention von entscheidender Bedeutung. Denn wo sich die Tigermücke etabliert, ist die Gefahr nur eine Frage der Zeit.

„Wichtig ist: Wasserbehälter im Herbst nicht nur ausleeren, sondern gründlich abwischen und anschließend trocken lagern“, warnt Gesundheitsdirektorin Geley. Nur so lässt sich die äußerst robuste Brut effektiv eliminieren und verhindern, dass im Frühjahr nach zehn bis 15 Tagen im Wasser die neuen Larven schlüpfen. 

Fünf Schritte zum Schutz vor der Dengue-Gefahr 

Die Herbstzeit ist laut Expertin Geley „entscheidend für die Eindämmung“. Jedes Ei, das jetzt vernichtet wird, verhindert eine weitere Verbreitung der Population im kommenden Sommer. Im letzten Sommer wurden bereits alarmierende 238 Tigermückeneier an nur drei Tiroler Standorten gefunden.

Handeln Sie jetzt – so verhindern Sie die Überwinterung in Ihrem Zuhause:

  • Tödliche Reinigung statt nur leeren: Nicht nur mit Ausgießen zufrieden geben. Wasserbehälter müssen gründlich ausgewischt und anschließend trocken und sicher verstaut werden, um anhaftende Eier zu zerstören.
  • Kleine Brutstätten beseitigen: Schirmständer, Zaunrohre, Eimer und Blumentopfuntersetzer sind die häufigsten Fallen. Diese sollte man abdecken oder mit Sand füllen.
  • Gefährliche Ansammlungen vermeiden: Gießkannen, Eimer oder Kinderspielzeug sollte man so lagern, dass sich kein Regenwasser darin sammeln kann.
  • Regentonnen verriegeln: Wasserbehälter müssen hermetisch abgedichtet oder mit einem engmaschigen Insektenschutzgitter (feinmaschig) gesichert werden.
  • Abläufe kontrollieren: Verstopfte Dachrinnen und Abläufe sofort von Laub und Schmutz befreien, um stehende Wasseransammlungen zu eliminieren. 

Eindringling melden: Ein Beitrag zur Gesundheitsvorsorge 

Die Tigermücke kann sich nur dort ansiedeln, wo wir ihr die Brutplätze bieten. „Mit wenigen Handgriffen lässt sich viel erreichen – so schützen wir nicht nur unsere eigene Umgebung, sondern tragen auch zur Gesundheitsvorsorge im ganzen Land bei“, so Geley.

Jeder Bürger ist aufgerufen, bei der Überwachung mitzuhelfen. Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) führt ein österreichweites Gelsenmonitoring durch. Entdecken Sie eine verdächtige Mücke, nutzen Sie die kostenlose App „Mosquito Alert“. Foto hochladen um zur wissenschaftlichen Erfassung beizutragen. Über die App können auch andere eingeschleppte Arten wie die Japanische oder Koreanische Buschmücke sowie die heimische Stechmücke – Überträgerin des West-Nil-Virus – gemeldet werden.

  • Mehr Infos dazu findet man hier

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