Radioteleskope hören bei Exoplaneten K2 18b genau hin
Zwei große Radioteleskope haben das System des Exoplaneten K2 18b nach schmalbandigen Funksignalen abgesucht. Das sind extrem schmale Frequenzlinien, wie sie technisch erzeugte Sender liefern könnten. In den Daten fand das Team keine Hinweise auf ein künstliches Signal aus dieser Richtung.

K2 18b ist rund 124 Lichtjahre entfernt und kreist um einen roten Zwergstern im Sternbild Löwe. Der Planet gilt als Kandidat für eine Hycean Welt, also eine mögliche Ozeanwelt mit wasserstoffreicher Atmosphäre. Deshalb stand der Himmelskörper schon oft im Zentrum des Interesses, wenn es darum ging, am Himmel Kandidaten zu finden, die außerirdisches Leben beherbergen könnten.
Wie Universe Today in Berufung auf eine Arbeit von Tremblay et al. auf arXiv berichtet, wurde der Exoplanet nun intensiv mit dem Karl G. Jansky Very Large Array in New Mexico und dem MeerKAT Teleskop in Südafrika beobachtet. Die Messungen deckten Frequenzen von 544 Megahertz bis 9,8 Gigahertz ab und umfassten mehrere Beobachtungszeiten über mindestens einen Umlauf des Planeten.
Wie Störsignale aussortiert wurden
Radiodaten sind stark von Funkstörungen der Erde geprägt. Das Team entfernte deshalb zuerst stark belastete Frequenzbereiche, ein Schritt, der als RFI Maskierung bekannt ist.
Zusätzlich prüften die Wissenschaftler die Doppler Verschiebung, also die kleine Frequenzänderung durch Bewegung im All. Signale ohne passende Veränderung wurden als irdisch gewertet. Ein weiterer Test verglich mehrere Himmelsrichtungen gleichzeitig, denn echte Signale aus der Zielrichtung sollten nur im Strahl auf den Planeten auftauchen.
Was das Null-Ergebnis aussagt
Das Ergebnis schließt Leben nicht aus, es begrenzt nur bestimmte Arten von Technik. Wenn es dort einen dauerhaften Sender gäbe, der in alle Richtungen funkt, müsste er unter der Nachweisgrenze liegen.
Die Studie nennt als Grenze eine Sendeleistung im Bereich von etwa 10 hoch 12 bis 10 hoch 13 Watt. Das liegt grob in der Größenordnung sehr starker irdischer Radarsysteme. Wichtig ist auch der methodische Teil: Automatische Filter sollen helfen, künftig noch größere Datenmengen etwa mit dem Square Kilometre Array schneller auszuwerten.


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