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Luftrettung: Neuer Bluttest soll Hirnblutungen schon im Hubschrauber erkennen

Tips LogoThomas Leitner, 02.04.2026 14:26

DEUTSCHLAND. Ein neuer Bluttest könnte Notärzten künftig entscheidende Minuten verschaffen. Die DRF Luftrettung testet ein Verfahren, das Hirnblutungen bereits am Einsatzort erkennt.

Die Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung in Niebüll und Rendsburg sind seit kurzem mit einem Messgerät zum Erkennen von Hirnblutungen ausgestattet. (Foto: DRF Luftrettung)

Die DRF Luftrettung treibt die Notfallmedizin weiter voran: Ein innovativer Bluttest zur frühzeitigen Erkennung von Hirnblutungen wird nun an weiteren Standorten unter realen Einsatzbedingungen getestet. Nach ersten Erfahrungen in Stuttgart und Karlsruhe sind jetzt auch Niebüll und Rendsburg Teil der Studie.

Bluttest erkennt Gefahr in Minuten

Im Zentrum steht ein neuartiges Verfahren, das auf den Nachweis des Proteins GFAP setzt. Dieses sogenannte saure Gliafaserprotein wird bei Hirnblutungen aus geschädigten Hirnzellen freigesetzt und kann innerhalb weniger Minuten im Blut nachgewiesen werden.

Für die Einsatzkräfte bedeutet das einen möglichen Quantensprung: Während bisher erst eine Computertomographie im Krankenhaus Klarheit brachte, könnte künftig bereits im Rettungshubschrauber eine erste Diagnose gestellt werden. Gerade bei bewusstlosen Patienten zählt jede Minute – und die richtige Entscheidung über Behandlung und Zielklinik kann lebensentscheidend sein.

Mehr Sicherheit für Notärzte

Die Erweiterung des Testbetriebs soll vor allem eines liefern: belastbare Daten aus dem echten Einsatzalltag. Ziel ist es, den Nutzen des Verfahrens wissenschaftlich zu bewerten und die präklinische Diagnostik entscheidend zu verbessern.

Für Notärzte und Notfallsanitäter eröffnet sich damit eine neue Dimension der Entscheidungsfindung. Ob Gefäßverschluss, epileptischer Anfall oder lebensbedrohliche Blutung – die Ursachen könnten künftig schneller unterschieden werden.

Wichtiger Schritt für die Notfallmedizin

Auch politisch stößt das Projekt auf großes Interesse. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sieht in der Erprobung einen wichtigen Fortschritt für die Notfallrettung. Die neuen Möglichkeiten könnten dazu beitragen, Patienten gezielter und schneller in die passende Klinik zu bringen.

Die DRF Luftrettung verfolgt damit konsequent ihr Ziel, innovative medizinische Verfahren frühzeitig in die Praxis zu bringen. Mit über 36.000 Einsätzen jährlich zählt die Organisation zu den wichtigsten Akteuren der Luftrettung in Europa – und setzt nun erneut einen Impuls für die Zukunft der Notfallversorgung.


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