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SCHWEIZ. Wer in der Schweiz innerhalb einer Ortschaft zu schnell fährt, riskiert nicht nur ein klassisches Bußgeld. In schweren Fällen können Gerichte Geldstrafen verhängen, die sich auf fünf- oder sogar sechsstellige Beträge summieren. 

Symbolbild: PropCop Effects/stock.adobe.com
Symbolbild: PropCop Effects/stock.adobe.com

Grundlage dafür ist ein System, das sich deutlich von den meisten europäischen Ländern unterscheidet.

Harte Einstufung als Raserdelikt

Bei besonders hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen sprechen Schweizer Behörden von sogenannten Raserdelikten. Dabei handelt es sich nicht mehr um einfache Verkehrsverstöße, sondern um strafrechtlich relevante Taten. Je nach Ausmaß drohen Geldstrafen, Freiheitsstrafen, lange Führerscheinentzüge und in schweren Fällen auch der Entzug des Fahrzeugs.

Strafen hängen direkt von der finanziellen Lage ab

Die Höhe der Geldstrafe wird in der Schweiz nach dem Tagessatzsystem berechnet. Dabei bestimmen zwei Faktoren das Strafmaß: die Schwere der Tat und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der betroffenen Person. Die Anzahl der Tagessätze richtet sich nach dem Delikt. Die Höhe eines einzelnen Tagessatzes hängt von Einkommen und Vermögen ab. Dadurch kann derselbe Verkehrsverstoß bei verschiedenen Personen völlig unterschiedlich teuer ausfallen.

Konsequente Linie im europäischen Vergleich

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern wirkt das Schweizer System deutlich strenger. Während dort meist feste Bußgelder vorgesehen sind, steigen die Strafen bei vermögenden Tätern proportional an. Besonders bei schweren Verkehrsdelikten können dadurch sehr hohe Gesamtbeträge entstehen.

Fall aus dem Jahr 2010 als bekanntes Beispiel

Ein Fall aus dem Jahr 2010 zeigt diese Praxis besonders deutlich. Ein Autofahrer wurde innerorts mit einem Sportwagen massiv zu schnell geblitzt. Das Gericht verurteilte ihn anschließend zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 200.000 Euro. Die Höhe ergab sich aus der Kombination von extremem Tempo, schwerem Verkehrsverstoß und der sehr guten finanziellen Situation des Fahrers.


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