Neue Berechnungen lassen Erde der sich ausdehnenden Sonne entkommen
LÖWEN/BELGIEN. Neue Modelle stellen eine lange verbreitete Prognose zum Ende der Erde infrage. Demnach könnte unser Planet die gewaltige Ausdehnung der Sonne in rund fünf Milliarden Jahren überstehen, endgültig geklärt ist sein Schicksal aber nicht.

Bisher wurde angenommen, dass sich unsere Sonne in 5-6 Milliarden Jahren zu einem Roten Riesenstern aufblähen wird und dabei die inneren Planeten Merkus, Venus und auch die Erde verschlucken wird.
Wie Phys.org berichtet, untersuchte ein internationales Forschungsteam die späten Entwicklungsphasen der Sonne mit verbesserten Berechnungen. Sobald ihr Wasserstoffvorrat im Kern aufgebraucht ist, wird sie sich zunächst zu einem Roten Riesen und später zu einem sogenannten AGB Stern entwickeln.
Dabei wirken zwei gegensätzliche Kräfte auf die Erde. Gezeitenkräfte können den Planeten nach innen ziehen, während der starke Masseverlust der alternden Sonne ihre Anziehungskraft verringert und die Erdbahn nach außen wandern lässt.
Neue Modelle verändern Prognose
Frühere Berechnungen gingen häufig davon aus, dass die Gezeitenwirkung überwiegt und die Erde schließlich in die Sonne stürzt. Die neuen Modelle ergeben jedoch eine geringere Energieübertragung durch diese Kräfte als bisher angenommen.
Für den möglichen Masseverlust der Sonne zogen die Forschenden den nahe gelegenen Stern L2 Puppis als Vergleich heran. Unter diesen Voraussetzungen entfernt sich die Erde ausreichend weit und könnte sowohl die Phase des Roten Riesen als auch die spätere AGB Phase überstehen.
Auch der Mars dürfte den Berechnungen zufolge entkommen. Merkur und Venus werden dagegen voraussichtlich von der expandierenden Sonne verschluckt.
Schicksal der Erde bleibt unsicher
Das Ergebnis ist keine endgültige Entwarnung. Wie viel Masse die Sonne in ihrer späten Entwicklung tatsächlich verlieren wird, lässt sich derzeit nur begrenzt vorhersagen. Bei einem geringeren Masseverlust könnte die Erde weiterhin in die Sonne gezogen werden.
Für das Leben auf unserem Planeten macht der mögliche kosmische Aufschub keinen Unterschied. Die Erde wird bereits lange vor der größten Ausdehnung der Sonne unbewohnbar sein.
Am Ende ihrer Entwicklung stößt die Sonne ihre äußeren Schichten ab. Zurück bleibt ein dichter Weißer Zwerg, der anschließend langsam abkühlt und an Helligkeit verliert.


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