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DAEJEON/SÜDKOREA. Ein koreanisches Forschungsteam hat die ungewöhnliche Zwergnova KSP-OT-202104a untersucht. Die beiden Sterne des Systems umrunden einander in nur 72 Minuten und liegen damit unter der bisher angenommenen Untergrenze von rund 76 Minuten.

Zwergnova ist ein enges Doppelsternsystem, in dem ein Weißer Zwerg Materie von einem nahen Begleitstern abzieht (Illustration); Foto: KI-generiert

Eine Zwergnova ist ein enges Doppelsternsystem, in dem ein Weißer Zwerg Materie von einem nahen Begleitstern abzieht. Dieses Gas sammelt sich in einer Akkretionsscheibe um den Weißen Zwerg. Wird die Scheibe instabil, fällt plötzlich viel Material nach innen und das System leuchtet für kurze Zeit deutlich heller auf. Diese Ausbrüche wiederholen sich meist in Abständen von Tagen bis Monaten.

Wie Universe Today in Bezug auf Beobachtungen des Korea Astronomy and Space Science Instituts berichtet, gehört KSP-OT-202104a zu nur zehn bekannten Zwergnova Systemen mit einer Umlaufzeit, die geringer ist als das theoretische Minimum von 76 Minuten. Zwei davon wurden von Forschern des Korea Astronomy and Space Science Institute entdeckt.

Kurze Umlaufzeit gibt Rätsel auf

Je kürzer die Umlaufzeit ist, desto geringer ist üblicherweise der Abstand zwischen den beiden Sternen. Nach gängigen Modellen der Sternentwicklung ist es unmöglich, dass Zwergnovae die Grenze von etwa 76 Minuten unterschreiten.

Warum KSP-OT-202104a dennoch nur 72 Minuten benötigt, ist noch offen. Der Begleitstern könnte weiter entwickelt sein als zunächst angenommen, besonders viel Helium enthalten oder einen ungewöhnlich dichten Kern besitzen. Auch ein geringer Anteil schwerer Elemente kommt als Erklärung infrage.

Teleskope liefern Beobachtungen rund um die Uhr

Entdeckt wurde das System mit dem Korea Microlensing Telescope Network. Das Netzwerk besteht aus drei baugleichen Teleskopen in Chile, Südafrika und Australien. Durch ihre Verteilung können bestimmte Bereiche des Himmels nahezu durchgehend beobachtet werden.

Zusätzliche Daten lieferte das Gemini Observatorium mit seinen großen Spiegelteleskopen. Das Forschungsteam will nun weitere seltene Systeme untersuchen. Die Ergebnisse könnten zeigen, ob Sterne in engen Doppelsternsystemen andere Entwicklungswege nehmen als bisher angenommen.


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