Zecken in Österreich: Worauf Sie in den Ferien achten sollten
ÖSTERREICH. Wer in den Sommerferien viel Zeit in der Natur verbringt, sollte sich gut vor Zecken schützen. In Österreich wurde bei den Tieren kürzlich erstmals ein neues Virus nachgewiesen.

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Ob beim Wandern, Radfahren oder Picknick im Grünen – mit den steigenden Temperaturen sind auch die kleinen Blutsauger wieder besonders aktiv. In Österreich werden jedes Jahr Tausende Menschen nach einem Zeckenstich behandelt.
Neben Borreliose zählt vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu den bekanntesten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können.
Zecken kommen in ganz Österreich vor
Zecken kommen mittlerweile nahezu im gesamten Bundesgebiet vor. Sie halten sich bevorzugt in hohem Gras, Gebüschen und an Waldrändern auf.
Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben lassen sie sich nicht von Bäumen fallen, sondern gelangen meist beim Vorbeistreifen an Kleidung oder Haut.
Körper nach Aufenthalt im Freien absuchen
Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der gesamte Körper sorgfältig abgesucht werden – insbesondere Kniekehlen, Leisten, Achseln, Hals, Kopfhaut und die Bereiche hinter den Ohren. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst rasch mit einer Zeckenkarte oder einer feinen Pinzette entfernt werden.
Auch nach dem Entfernen ist Aufmerksamkeit gefragt. Entwickelt sich in den folgenden Tagen oder Wochen eine ringförmige Hautrötung oder treten Beschwerden wie Fieber, starke Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
So schützen Sie sich vor Zecken:
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko eines Zeckenstichs deutlich reduzieren.
Experten empfehlen, beim Aufenthalt in der Natur möglichst lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen. Helle Kleidung erleichtert es zudem, Zecken frühzeitig zu entdecken. Zeckenabwehrmittel können zusätzlichen Schutz bieten, sollten aber regelmäßig erneuert werden.
Neues Virus erstmals in Österreich nachgewiesen
Doch Zecken könnten noch mehr Krankheitserreger übertragen als bisher bekannt. Forscher des Zentrums für Virologie der MedUni Wien haben nun erstmals das sogenannte Alongshan-Virus (ALSV) in Österreich nachgewiesen. Dafür analysierten sie mehrere Tausend Zeckenproben aus den Jahren 2005 bis 2024 sowie Blutproben von Patientinnen und Patienten.
Das überraschende Ergebnis: Das Virus dürfte bereits seit mindestens 20 Jahren in heimischen Zeckenpopulationen zirkulieren. Entdeckt wurde das Alongshan-Virus zwar erst 2017 in China, mittlerweile wurde es jedoch auch in Deutschland, Frankreich, Finnland, der Schweiz und nun erstmals in Österreich nachgewiesen.
Weitere Studien notwendig
Noch gibt es allerdings keinen Grund zur Beunruhigung. Ob die in Europa vorkommenden Virusvarianten überhaupt Erkrankungen beim Menschen auslösen können, ist bislang ungeklärt. Die Wissenschaftler betonen, dass weitere Studien notwendig sind.
Unabhängig davon bleibt der beste Schutz derselbe wie bisher: Zeckenstiche möglichst vermeiden und den Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur gründlich kontrollieren.


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