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Mutiger Schritt: Warum Nottingham Forest für Oliver Glasner der richtige Klub ist

Tips LogoManuel Tonezzer, 22.07.2026 07:00

ENGLAND/NOTTINGHAM. Oliver Glasners Wechsel zu Nottingham Forest sorgt für Diskussionen. Doch der Schritt zum Premier-League-Klub könnte für den Österreicher genau der richtige sein – aus sportlichen, finanziellen und strategischen Gründen.

Oliver Glasner steht künftig bei Nottingham Forest an der Seitenlinie. Foto: APA-Images / dpa / Robert Michael

Mit seinem Wechsel zu Nottingham Forest hat Oliver Glasner viele überrascht.

Nach seinem Abschied von Crystal Palace, wo der Innviertler die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte prägte, rechneten viele mit dem Wechsel zu einem europäischen Spitzenklub.

Stattdessen entschied sich der 51-Jährige nun für Nottingham Forest – eine Wahl, die ihm von manchen Fans bereits als Fehlentscheidung ausgelegt wird.

Glasner hätte zu Topklub wechseln können

Dabei spricht vieles dafür, dass Glasner diesen Schritt ganz bewusst gewählt hat. Hätte der Österreicher unbedingt einen internationalen Topklub übernehmen wollen, wäre ihm diese Möglichkeit durchaus offen gestanden. So soll er unter anderem dem AC Milan abgesagt haben. Umso mehr spricht vieles dafür, dass Nottingham Forest für Glasner keine Notlösung, sondern eine bewusste Entscheidung für die „Tricky Trees“ war.

Und bei genauerem Hinsehen gibt es zahlreiche Gründe, warum sich diese Entscheidung als die richtige erweisen könnte.

Diese Argumente sprechen für Nottingham Forest

Der wohl wichtigste Punkt: Glasner bleibt in der Premier League. Wer sich in der stärksten Liga der Welt dauerhaft etabliert, erhöht seine Chancen auf einen späteren Wechsel zu einem absoluten Spitzenklub erheblich.

Statt sich in einer anderen Liga neu beweisen zu müssen, bleibt der Österreicher Woche für Woche auf der größten Bühne des Klubfußballs präsent.

Sportlich hat Glasner in Nottingham zudem vergleichsweise wenig zu verlieren. Die „Tricky Trees“ kommen aus einer Chaos-Saison, in der vier Trainer verbrannt wurden.

Gelingt es Glasner, den Klub erneut in das internationale Geschäft zu führen oder dort dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren, würde das seinen Ruf auf der Insel weiter festigen. Bleibt der große Erfolg aus, dürfte ihm angesichts der enormen Konkurrenz in der Premier League kaum jemand einen Vorwurf machen.

15 Millionen Euro Jahresgehalt

Auch finanziell bedeutet der Wechsel einen gewaltigen Schritt nach vorne. Medienberichten zufolge soll Glasner bei Nottingham Forest rund 15 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Damit steigt der Österreicher in die Riege der Topverdiener unter den Trainern auf.

Ein weiteres Argument: Selbst im ungünstigsten Fall hält sich das Risiko für Glasner in Grenzen. Sollte ihn Nottingham-Eigentümer Evangelos Marinakis vorzeitig vor die Tür setzen, dürfte den Österreicher eine üppige Abfindung erwarten.

Zudem gilt der griechische Klubbesitzer als äußerst ungeduldig und hat in der Vergangenheit bereits namhafte Trainer wie Ange Postecoglou oder Nuno Espírito Santo entlassen. Eine Trennung würde daher wohl kaum als persönliches Scheitern Glasners gewertet werden, sondern vielmehr in das bekannte Muster des impulsiven Klubchefs passen.

Bessere Möglichkeiten auf dem Transfermarkt

Der wohl wichtigste Beweggrund für Glasner sind jedoch die deutlich besseren Möglichkeiten auf dem Transfermarkt. Während Crystal Palace in den vergangenen Jahren als klassischer Verkäuferklub agierte und immer wieder Leistungsträger ziehen lassen musste, verfügt Nottingham Forest über deutlich größere finanzielle Mittel.

Bereits nach dem Premier-League-Aufstieg investierte der Klub Rekordsummen in den Kader und unterstrich damit seine Ambitionen. Auch in den darauffolgenden Transferperioden zeigte sich Forest bereit, tief in die Tasche zu greifen.

Glasner kann Kader nach seinen Vorstellungen formen

Zusätzlichen Spielraum verschaffen nun die Einnahmen aus dem Verkauf von Mittelfeld-Juwel Elliot Anderson, den es für 135 Millionen Euro zu Manchester City zog.

Dadurch erhält Glasner die Möglichkeit, den Kader nach seinen eigenen Vorstellungen zu formen – ein Luxus, den er bei Crystal Palace nur selten hatte. Denn trotz des historischen FA-Cup-Triumphs und der Qualifikation für den Europacup blieb der Kader der Londoner vergleichsweise dünn.

Verstärkungen mussten häufig mühsam durchgesetzt werden, während gleichzeitig immer wieder über Abgänge von Schlüsselspielern spekuliert wurde. Die Möglichkeiten, die Mannschaft nachhaltig weiterzuentwickeln, waren dadurch eingeschränkt.

Nottingham Forest hat klare Ambitionen

Nottingham-Boss Marinakis mag als impulsiver Klubbesitzer gelten, an seinen Ambitionen besteht jedoch kein Zweifel. Der Grieche investiert seit Jahren hohe Summen, um Nottingham Forest dauerhaft in der Premier League und perspektivisch im internationalen Geschäft zu etablieren.

Genau diese Zielsetzung dürfte auch Glasner gereizt haben. Bei Crystal Palace waren die Möglichkeiten deutlich begrenzter. Unter Steve Parish wirtschafteten die Londoner wesentlich vorsichtiger und galten über Jahre als klassischer Verkäuferklub.

In Nottingham findet Glasner nun andere Voraussetzungen vor: mehr finanzielle Schlagkraft, größere Handlungsspielräume und einen Verein mit klaren Ambitionen. Gleichzeitig bleibt er in der Premier League und damit im Fokus der internationalen Fußballwelt.


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