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GMUNDEN/VÖCKLABRUCK/OÖ. Ab 19. Mai sollen in Österreich wie berichtet alle noch geschlossenen Betriebe wieder aufsperren dürfen, was öffentliche Badeplätze einschließt. Laut SPOÖ gibt es davon zu wenige, weshalb sie fordern, private Seezugänge zu mieten oder zurückzukaufen. Ziel der Partei ist, dass alle Menschen baden gehen können.

von links: SJ-OÖ Vorsitzende Nina Andree, SPÖ-Klubvorsitzender Michael Lindner und SPÖ-Tourismussprecherin Doris Margreiter fordern mehr freie Seezugänge. Am Donnerstag, 6. Mai, wird eine Petition der Sozialistischen Jugend dazu im Landtag behandelt. (Foto: mecgreenie)

„Die Menschen sehnen sich nach Aktivität in der Natur. Das ist berechtigt, das ist auch gesund und es braucht dafür eine gute Vorbereitung durch das Land Oberösterreich“, hielt SPOÖ-Klubvorsitzender Michael Lindner in einer Pressekonferenz am Mittwoch, 5. Mai fest. Weitere Teilnehmerinnen waren Tourismussprecherin Doris Margreiter (SPÖ) und Nina Andree, Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend (SJ). Gemeinsam thematisierten sie freie Seezugänge. Das Land habe sich laut Lindner 2019 zu freien Seezugängen bekannt - ein Versprechen, das in diesem Jahr von besonderer Bedeutung für die Bevölkerung sei. Es brauche genügend Angebot, um Erholung am kühlen Nass für alle zu bieten.

Privatisierung von Seeufern entgegentreten

Das Land Oberösterreich hat Badeplätze mit einer Liegefläche von insgesamt mehr als eineinhalb Quadratkilometern. Als Herausforderung wird jedoch gesehen, dass bei einigen Seen bereits der Großteil des Seeufers abgesperrt in privater Hand ist. Darunter sind, wie eine Erhebung von Addendum zeigt, der Attersee mit 76 Prozent Privatbesitz, gefolgt vom Mondsee mit 54 und Wolfgangsee mit 51 Prozent. In einigen Fällen ist auch der unzugängliche Teil des Sees noch größer als der öffentliche. Der öffentlich zugängliche Bereich liegt zwischen acht (Mondsee) und 18 Prozent (Traunsee). „Wenn sich einzelne Reiche exklusive Seevillen bauen, dann schafft das langfristig keine Arbeitsplätze, sondern sperrt nur die Öffentlichkeit aus. Die Fantasiepreise von Seegrundstücken und Immobilien in Seenähe machen außerdem das Gemeindeleben kaputt. Einheimische müssen wegziehen, weil sie mit diesen Preisen nicht konkurrieren könnten. Es ist höchste Zeit, diese Fehlentwicklung zu korrigieren“, fordert Tourismussprecherin Doris Margreiter. Die SPOÖ habe im Programm für die Landtagswahl 2021 bereits den Ausbau öffentlicher Freibäder und freier Seezugänge festgehalten. Die öffentliche Hand soll Grundstücke gezielt erwerben und öffentlich zugänglich machen. Vorerst könne gemietet oder gepachtet werden. „Um ausreichend Bademöglichkeiten für alle Menschen zu ermöglichen, sollte Achleitner (Tourismus- und Wirtschafts-Landesrat, Anm.) verfügbare Flächen zumindest für Sommer 2021 anmieten oder pachten“, meint Lindner.

Petition sammelte mehr als 8.000 Unterschriften

Die Sozialistische Jugend (SJ) schließt sich der Meinung von Lindner und Margreiter an. „Junge werden im politischen Alltagsgeschehen selten gefragt, was sie wollen oder brauchen. Wir müssen daher selbst auf uns aufmerksam machen. Wer an die Zukunft denkt, weiß, dass in unserer Gesellschaft Platz für alle Menschen sein muss. So ist es auch beim freien Seezugang. Die Mehrheit der Seeufer an Oberösterreichs größten Seen ist privatisiert und besteht oft aus Zweitwohnsitzen, vielfach im Besitz von Millionären oder reichen Erben. Das ist weder fair noch gerecht, wenn für die breite Öffentlichkeit nur eine Handvoll an Badeplätzen übrig bleibt. Wie die wenigen Seezugänge am Attersee zeigen, sind diese auch oft noch unattraktiv direkt neben der Straße und ohne jeglicher Infrastruktur – für einen entspannten Badetag also völlig ungeeignet“, kritisiert SJ-Vorsitzende Nina Andree. In diesem Sommer werde eine Kampagne zu freien Seezugängen durchgeführt. Mehr als 8.000 Unterschriften verzeichnet die Petition „Her mit dem freien Seezugang!“, die am Donnerstag, 6. Mai, im Petitionsausschuss des Landtags behandelt wird. Es brauche endlich effektive Maßnahmen und Schranken - in der Landesverfassung, der Bundesverfassung und vor allem ein Budget zum Rückkauf von Seegrundstücken, schließt Andree. 


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