Landesrechnungshof bestätigt Fortschritte beim Flughafen Linz
LINZ/HÖRSCHING. Der Oberösterreichische Landesrechnungshof hat erneut geprüft, was aus seinen Empfehlungen für den Flughafen Linz geworden ist. Die Abstimmung zwischen den zuständigen Fachbereichen des Landes wurde demnach verbessert. Auch für die Weiterentwicklung des Flughafens wurden Maßnahmen gesetzt.

Vollständig umgesetzt ist laut Landesrechnungshof (LRH) die Empfehlung, die künftige Unternehmensstrategie zwischen den zuständigen Fachbereichen des Landes abzustimmen. Die neue Geschäftsführung des Flughafens arbeitete zum Prüfungszeitpunkt an einer Aktualisierung und Vertiefung der strategischen Ausrichtung.
Alle Geschäftsfelder bleiben bestehen
Die Flughafen Linz Gesellschaft mit beschränkter Haftung (FLG) führte 2025 mit Unterstützung zweier externer Dienstleister ein Strategieprojekt durch. Dabei wurden mehrere Szenarien untersucht. Die Varianten eines Freizeit- oder eines Frachtflughafens versprachen weniger wirtschaftlichen Erfolg und wurden nicht weiterverfolgt. Stattdessen sollen alle bestehenden Geschäftsfelder erhalten bleiben. Dazu zählen der Passagierverkehr, die Anbindung über Frankfurt und das Frachtgeschäft.
Das Land Oberösterreich setzte laut LRH Schritte, um den Flughafen zu unterstützen und eine langfristige Ausrichtung vorzubereiten. Dazu gehören die Vergabe der Strecke Linz–Frankfurt, Mittelzuführungen und die Vorbereitung einer Übernahme der Anteile der Stadt Linz samt anschließendem Verkauf von Geschäftsanteilen. Zum Ende der Prüfung vor Ort war die Eigentümerstruktur noch unverändert.
Die Vorlage einer abgestimmten langfristigen Strategie samt einem möglichen künftigen Mittelbedarf an den Landtag war laut LRH so weit gediehen, dass er die Empfehlung als „in Umsetzung“ bewertete. Auch bei der Berücksichtigung des Flughafens in den Landesstrategien wurden erste Schritte gesetzt.
Gespräche mit dem Bundesheer
Als „in Umsetzung“ bewertet der LRH auch die Empfehlung zur Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesheer. Gespräche betrafen unter anderem die Kostenaufteilung im Betrieb, mögliche Zusammenarbeit bei Feuerwehr und Winterdienst sowie die voraussichtlich ab 2030 beziehungsweise 2031 anstehende Pistensanierung und deren Finanzierung. Eine neue Vereinbarung lag zum Prüfungszeitpunkt noch nicht vor.
„Aus unserer Sicht müssen Synergien konsequent gehoben und Kosten verursachergerecht zugeordnet werden“, sagt LRH-Direktor Rudolf Hoscher.
Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner sieht durch den Bericht bestätigt, „dass wir die richtigen Schritte eingeleitet haben“.
MFG, Grüne und SPÖ und NEOS fordern Klarheit
MFG-Landtagsabgeordneter Joachim Aigner begrüßt die gesetzten Maßnahmen, sieht die wirtschaftlichen Probleme aber nicht gelöst. „Eine bessere Abstimmung macht aus einem defizitären Flughafen noch lange kein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen“, sagt er. Aigner fordert eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive, ohne die Steuerzahler dauerhaft mit weiteren Verlusten zu belasten.
Der Klubobmann der Grünen, Severin Mayr, sieht ebenfalls viele Fragen offen. Er will unter anderem wissen, wann der Flughafen wieder operativ positiv wirtschaften soll, welche Investitionen anstehen und welche Risiken beim Land bleiben. „Landtag und Bevölkerung müssen endlich wissen, wohin die Reise geht und was sie kostet“, sagt Mayr.
Auch die SPÖ OÖ fordert eine langfristige Strategie samt Mittelbedarf für den Flughafen. Diese liege dem Landtag noch immer nicht vor, kritisiert Verkehrssprecher Tobias Höglinger. Die SPÖ trage die Absicherung des Flughafens mit, verlange aber Klarheit über die Suche nach privaten Partnern, die Kosten und den Zeitplan.
Offen ist laut Höglinger auch, wie Fahrgäste nach der geplanten Schienenanbindung von der Haltestelle zum Terminal gelangen sollen. „Wer den Standort stärken will, muss auch die letzten Meter klären“, sagt er.
Für die NEOS braucht es weiterhin Lösungen für die strukturellen Probleme des Flughafens. „Eine neue Geschäftsführung und bessere interne Abstimmungen sind notwendige Mindeststandards, aber noch kein wirtschaftlicher Durchbruch.“ Besonders dringend ist aus Sicht von NEOS eine verbindliche Vereinbarung mit dem Bundesheer – noch vor der ab 2030 beziehungsweise 2031 anstehenden Pistensanierung.
FPÖ-Klubobmann Thomas Dim kommentiert: „Wichtige Schritte für eine gesicherte Zukunft wurden gesetzt – allen voran die vollständige Übernahme des Flughafens durch das Land OÖ. Jetzt muss mit mehr Passagieren und einer stärkeren internationalen Anbindung ein Aufschwung gelingen.“ Er fordert vom Bund, die Flugabgabe zu streichen, die Gespräche mit dem Bundesheer müssten zu greifbaren Ergebnissen führen.








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