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BEZIRK SCHÄRDING/OÖ. Während österreichweit die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr von 414 auf 400 zurückgegangen ist, kam es in Oberösterreich zu einem besorgniserregenden Anstieg tödlicher Verkehrsunfälle. Im Bezirk Schärding starben fünf Menschen auf den Straßen.

Nach dem Anstieg an Verkehrstoten fordert der Verkehrsclub Österreich verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Foto: Weihbold

96 Menschen (2017: 82 Menschen), 75 Männer und 21 Frauen, sind laut der aktuellen Unfallstatistik des Bundesministeriums für Inneres bei Verkehrsunfällen in Oberösterreich ums Leben gekommen. Traurige Spitzenreiter im Bezirksvergleich sind Gmunden und Steyr-Land mit jeweils zehn Verkehrstoten. Auf den Straßen des Bezirks Schärding sind 2018 fünf Menschen tödlich verunglückt. Jedes vierte Todesopfer war heuer ein Motorradfahrer.

Maßnahmen gegen Hauptunfallursachen setzen

Die Hauptursachen der schweren Unfälle waren zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Für den VCÖ (Verkehrsclub Österreich) gilt es, verstärkte Maßnahmen gegen Hauptunfallursachen umzusetzen, wie verstärkte Tempokontrollen, niedrigere Tempolimits auf gefährlichen Abschnitten und die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem. „Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille. Die Aufnahme ins Vormerksystem schärft das Bewusstsein, dass Handy am Steuer kein Kavaliersdelikt ist, sondern fatale Folgen haben kann“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Wichtig sind zudem verstärkte Kontrollen, um Risikolenker rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen. Für mehr Sicherheit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen braucht es mehr Discobusse und Anrufsammeltaxis.

Senioren gefährdet

Gefährdet sind vor allem aber ältere Verkehrsteilnehmer: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Todesopfer im Straßenverkehr waren 55 Jahre oder älter. Weil die meisten Senioren als Pkw-Insassen verunglückten, fordert der VCÖ mehr Bahn- und Busverbindungen oder auch mehr Gemeindebusse als sichere Alternative zum eigenen Auto. „Damit diese Angebote finanziert werden können, soll ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für die Einführung und den Betrieb von Gemeindebussen und Anrufsammeltaxis zweckgewidmet werden“, schlägt der VCÖ vor. Sichere Verbindungen für Fußgänger und den Radverkehr zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet würden ebenfalls zu einem seniorengerechten Verkehrssystem beitragen.

Detailauswertung zu den 96 Verkehrstoten im Jahr 2018 in Oberösterreich

Nach Bezirken:

• acht Braunau/Inn

• zwei Eferding

• neun Freistadt

• zehn Gmunden

• fünf Grieskirchen

• sechs Kirchdorf/Krems

• vier Linz-Land

• neun Linz-Stadt

• zwei Perg

• acht Ried/Innkreis

• zwei Rohrbach

• fünf Schärding

• zehn Steyr-Land

• vier Urfahr-Umgebung

• acht Vöcklabruck

• zwei Wels-Stadt

• zwei Wels-Land

Nach Verkehrsbeteiligung:

• 42 Pkw

• fünf Lkw (davon drei Klein-Lkw)

• 24 Motorrad

• zehn Radfahrer (davon vier mit Elektro-Fahrrädern)

• neun Fußgänger

• ein Microcar (Mopedauto)

• vier Moped

• ein Traktor

Ortsgebiet/Freiland:

• 74 im Freiland

• 22 im Ortsgebiet

Geschlecht:

• 75 männlich

• 21 weiblich

Straßenarten:

• sechs Autobahnen

• null Schnellstraße

• 41 Bundesstraßen

• 35 Landesstraßen

• 14 Gemeindestraßen

Alter der Getöteten:

• 0-14 (Kinder): einer

• 15-20 (Jugendliche): fünf

• 21-30: 15

• 31-40: elf

• 41-50: acht

• 51-60: 20

• 61-70: zehn

• 71-80: 16

• 81-91: zehn


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