Christen feiern die Karwoche heuer wegen der Coronakrise zu Hause
BEZIRK SCHÄRDING. Eine besondere Herausforderung für die Christen wird heuer die Karwoche und Ostern, sind sie doch der Höhepunkt des Kirchenjahres. Ostern, die Auferstehung Jesu, war die Initialzündung für die Jünger, von Jesus weiterzuerzählen und somit der Ursprung der Kirche. Das Gedenken an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu ist deshalb zentral im christlichen Glauben.

Heuer können keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden. Das bedeutet aber nicht, dass Ostern ausfällt. In manchen Pfarren werden die Gottesdienste stellvertretend für alle in kleinen Gruppen von maximal fünf Personen gefeiert. Die Christen werden aber vor allem eingeladen, zu Hause in den Familien miteinander zu beten und die entsprechenden Bibelstellen zu lesen. Von der Diözese Linz werden dazu Feierhilfen zur Verfügung gestellt, die im Internet zum Download bereitstehen und eventuell in manchen Pfarrkirchen zur Mitnahme nach Hause aufgelegt werden. Auch die Sonderbeilage in puncto der Kirchenzeitung in der Karwoche bringt Vorschläge. Sie wird in allen Pfarrkirchen aufliegen. Im Fernsehen können die Gottesdienste mit Bischof Manfred Scheuer mitgefeiert werden. LT1 überträgt aus der Priesterseminarkirche Linz.
Etwas Besonderes hat sich die Pfarrbücherei Schärding einfallen lassen: aus ihrem großen Bestand an Spielen bietet sie einen Lieferdienst an. Infos auf der Homepage der Pfarre Schärding.
Was die Evangelien über die Karwoche erzählen
Nachdem am Palmsonntag Jesus bei seinem Ritt auf einem Esel von vielen Menschen bejubelt worden ist, wendet sich die Stimmung schnell. Nach übereinstimmenden Berichten in den Evangelien folgen Streitgespräche mit den religiösen Autoritäten und diese beschließen, ihn zu beseitigen. Am darauffolgenden Donnerstag begeht Jesus zum Auftakt des Paschafestes mit seinen Freunden das Erinnerungsmahl an den Auszug aus Ägypten. Er übernimmt den Sklavendienst und wäscht allen die Füße. Dann macht er etwas Unerhörtes: Er deutet den Bund Gottes mit dem Volk Israel neu auf seine Person hin und sagt beim rituellen Verteilen von Brot und Wein: „Das ist mein Leib. Das ist mein Blut. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ In jeder Messe wird deshalb bis heute seine Gegenwart gefeiert.
Am Ölberg, wo er sich gerne aufhält, wird Jesus noch in der Nacht gefangen genommen. Die Geschichte nimmt seinen Lauf. Es muss schnell gehen, weil die Sache vor dem Paschafest erledigt werden soll. Gleich in der Früh am Freitag folgen Verhöre vor dem Hohen Rat und dem römischen Statthalter, der ihn als Verbrecher gegen die Staatsgewalt zum Tod durch Kreuzigung verurteilt. Das Urteil wird sofort vollstreckt, nach längerem Todeskampf stirbt Jesus durch Ersticken. Kurz danach wird er in einem Felsengrab beigesetzt. Der Samstag, der jüdische Sabbat, ist der Festtag mit allgemeinem Ruhegebot. Am Sonntag früh die Überraschung: Einige Frauen aus der Gefolgschaft Jesu gehen zum Grab und wollen den Leichnam salben. Doch sie finden das Grab leer. Der auferstandene Jesus begegnet ihnen und dann auch den Jüngern.


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