Klare Forderung von Schärdings Freiheitlichen: „Das Zelt muss weg“
SCHÄRDING. An den Schärdinger Grundfesten würde gerüttelt, erklärte Schärdings FP-Vizebürgermeister Erhard Weinzinger bei einem Pressegespräch und stellte die klare Forderung: „Das Zelt muss weg!“

Gemeint ist das Transitzelt für Flüchtlinge im Bereich der neuen Innbrücke, das seit Anfang des Jahres als Rücknahmezelt dient. Weinzinger sieht den Tourismus der Stadt bereits stark angeschlagen, weil in vielen nationalen und internationalen Medien Schärding als Flüchtlings-Hotspot dargestellt wird. „Wenn der Tourismus ausbleibt, dann geht es mit Schärding „tschari““, ist sich Weinzinger sicher. Aus diesem Grund auch die eindringliche und klare Forderung: „Das Zelt muss weg.“ Dabei gehe es nicht gegen Flüchtlinge und Asylanten, „diese armen Burschen können eh nix dafür“, so Weinzinger, sondern einzig und allein um Schärding. „Wir haben in Schärding kein großes Industriegebiet, was wir haben, ist der Tourismus.“ Und genau den sieht Schärdings FP-Chef massiv gefährdet.
Resolutionsantrag
Auch das Durchgriffsrecht der Bundesregierung stößt den Schärdinger Freiheitlichen sauer auf. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung stellt die Partei einen Resolutionsantrag, in dem der Gemeinderat aufgefordert wird, sich gegen das Durchgriffsrecht auszusprechen, das „die Autonomie der Länder und der Gemeinden sowie die Nachbarrechte von Bürgern völlig aushebelt“, so die Begründung im Resolutionsantrag. „Ich glaube, dass sowohl die Bürgermeisterpartei (VP) als auch die „Kameraden von der roten Reichshälfte“ (gemeint ist Schärdings SP, Anm. d. Red.) dem Antrag zustimmen werden“, ist sich Weinzinger sicher.
Sollte sich in nächster Zeit nichts an der Situation in Schärding ändern, so werde es bald eine Protestkundgebung am Stadtplatz geben. Sollte es so weit kommen, dann werde die FP diese, von Privatpersonen organisierte Aktion, „tatkräftig und zu 100 Prozent unterstützen“, kündigt Weinzinger an.


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03.02.2016 13:08
Schärding ist ein Tourismusort
Ich bin seit über 25 Jahren weiblicher Kurgast in Schärding und konnte mich allein täglich entlang des Inns, in der Stadt und in der näheren Umgebung ohne Angst bewegen. Kann ich das derzeit auch? Bin am Überlegen, ob ich dieses Jahr doch anderswo meinen Kuraufenthalt genießen möchte. Hinzufügen möchte ich nur, dass ich prinzipiell Kriegsflüchtlinge finanziell gerne unterstütze, aber vor dieser Menge an jungen Männern, die nicht nur aus Syrien kommen, Angst empfinde.
03.02.2016 13:21
Keine Vorfälle in Schärding
Bei der Pressekonferenz hat die FPÖ klar und deutlich darauf hingewiesen, dass sie keine Ängste schüren, sondern abbauen wollen. Es hat bisher keine Vorfälle mit Flüchtlingen oder Asylwerbern in Schärding gegeben.
Die Betreuung der Flüchtlinge erfolgt in Schärding vorbildhaft und ohne Probleme. Polizei, Rotes Kreuz und zahlreiche freiwillige Helfer tragen einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Sicherheit der Bürger, aber auch der schutzsuchenden Flüchtlinge bei.