Waschmittel erneut im Test: 14 Produkte mit festem Mikroplastik

Evelyn Kasis Evelyn Kasis, Tips Redaktion, 06.10.2021 11:49 Uhr

2019 haben der Konsumentenschutz der AK OÖ und GLOBAL 2000 erstmals über 300 Waschmittel auf synthetische Polymere untersucht, wobei in 119 davon industriell hergestelltes und zugesetztes Plastik gefunden wurde. Als Reaktion auf die Ergebnisse haben Österreichs Supermarktketten zugesichert, so rasch als möglich ihre Waschmittel-Eigenmarken von festem Mikroplastik zu befreien.

Der Einsatz der Konsumenten- und Umweltschützer zeigt zwei Jahre später klare Erfolge: Festes Mikroplastik wurde „nur“ noch in 14 Waschmitteln gefunden. Rewe, Spar und selbst der Waschmittelhersteller Henkel haben festes Mikroplastik aus ihren Eigenmarken verbannt. Lidl und Hofer sind ihren Zusagen bisher noch nicht nachgekommen, wobei Hofer dies bis 2022 machen will.

Insgesamt haben die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der Konsumentenschutz der AK OÖ die Inhaltsstoffe von 256 Waschmitteln auf Mikroplastik und synthetische Polymere durchleuchtet, zum Teil mit Unterstützung des Umweltbundesamtes. Denn die sogenannten synthetischen Polymere – bekannt als Mikroplastik – gibt es in fester Partikelform, aber auch in flüssiger, gelartiger oder gelöster Form. Synthetische Polymere werden Waschmitteln zugesetzt um beispielsweise Verfärbungen zu verhindern oder dem Waschmittel eine bestimmte Konsistenz zu verleihen.

Bereits 100 Waschmittel kommen ohne flüssiges oder festes Plastik aus. 50 davon sind besonders empfehlenswert, da sie zusätzlich auf umwelt- und gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe verzichten und deshalb auch mit dem Österreichischen Umweltzeichen, der Austria Bio Garantie oder anderen Bio-Siegel ausgezeichnet sind. Unter den besonders empfehlenswerten Waschmitteln finden sich zwei Produkte der Spar Eigenmarke „Splendid Bio“, eines von Müller „Blink Öko“, zwei Produkte des deutschen Herstellers Frosch, sowie auffällig viele nachhaltige Produkte kleinerer, österreichischer Hersteller, wie Planet Pure, Biobär oder Cliir.

Trotz der positiven Entwicklung enthalten immer noch 156 Waschmittel industriell hergestelltes Plastik. Während festes Mikroplastik kaum noch in Waschmittel zu finden ist, hat die Verwendung von wasserlöslichen Polymeren im Vergleich zum letzten Test deutlich zugenommen: 97 Prozent aller Gelkissen-Waschmittel enthalten wasserlösliches Mikroplastik.  2019 enthielten 27 Prozent aller untersuchten Waschmittel wasserlösliches Mikroplastik, in der aktuellen Erhebung sind es 55,5 Prozent. Wie sich wasserlösliches Plastik in der Umwelt verhält, ist noch weitestgehend unerforscht und damit auch die Folgen für Mensch und Natur unklar.

Anders als bei Lebensmitteln oder Kosmetika, müssen nicht alle Inhaltstoffe von Waschmittel direkt am Produkt angegeben werden. Es ist ausreichend, wenn Hersteller diese Angaben in einem Produkt-Datenblatt sammeln und auf der Verpackung angeben, wo dieses online gefunden werden kann. Ob in einem Waschmittel Mikroplastik enthalten ist oder nicht, können Konsumenten/-innen unmöglich erkennen. Die AK OÖ fordert daher ein umfassendes Verbot von allen nicht biologisch abbaubaren synthetischen Polymeren in Waschmitteln und Kosmetikartikeln.

Und was können Sie tun? Achten Sie auf Umweltgütesiegel, denn Waschmittel mit dem Österreichischen Umweltzeichen, dem EU-Ecolabel oder dem Blauen Engel enthalten garantiert kein festes Mikroplastik, schonen die Umwelt und Gesundheit und ihre Verpackung ist auf Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung ausgelegt. Und informieren Sie sich bei der AK OÖ!

Die Testergebnisse von 256 Waschmitteln finden Sie auf ooe.konsumentenschutz.at.

 

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