„Gräuliche Weißheiten“ von Günther Maria Garzaner

Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 23.01.2013 10:31 Uhr

Lyrik für Literatur interessierte Asthmatiker.Gespickt mit viel Ironie und Sarkasmus will Garzaner mit seinem jüngsten Lyrikband seine Leser in 500 Texten genug Gelegenheiten bieten, ihren Alltag und sich selbst in Frage zu stellen. „Wenn man hört, dass solche Bände nicht mehr als 80 bis 100 Seiten haben sollten, fragt man sich, warum ich es dann so mache. Wenn man sich aber früher eine LP gekauft hat, dann haben auch jedem andere Nummern gefallen. Und ich hoffe eben auch, dass den Leuten mit ihren verschiedenen Geschmäckern zumindest einige Texte gefallen„, witzelt der Perger Autor. Ideal sollen seine „Gedanken“ (statt Gedichte) für Stressprofis, Zeitgeizler, Toilettenbesucher und − wie dem Untertitel zu entnehmen ist − den „literarisch interessierten Asthmatiker„ sein.Tatsächlich sind in den fast 500 größtenteils hochsprachlichen Gedichten jede Menge gräuliche und auch heitere, zumeist von philosophischer Gelassenheit geprägte Weisheiten untergebracht.  Garzaner beherrscht das Spiel mit der Sprache. Sein Jonglieren mit Worten, Redewendungen und Zitaten, immer wieder in neue, überraschende Zusammenhänge gesetzt, ist für den Leser nicht nur sehr unterhaltend, man ist auch gefordert, seiner Denkweise zu folgen. Wer könnte schon auf die Idee kommen, dass „ein Bros“ die Einzahl von Brösel(n) ist? Oder dass es neben der Erkenntnis auch eine Siekenntnis gibt? Autor: Günther Maria Garzaner“Gräuliche Weißheiten„Eigenverlag496 Seiten, Taschenbucherhältlich ist das Buch beim Autor selbstKontakt: guenther.garzaner@aon.atISBN: 978-3-200-02538-7 
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