„Gesternstadt“ von Johannes Epple

Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 20.02.2013 11:21 Uhr

Die Geschichte aufarbeiten auf dem Weg durch Mauthausen. Das Grauen der Konzentrationslager bestimmen drei Generationen nach der NS-Zeit noch immer das Leben der Deutschen und Österreicher. Im Besonderen aber jene, die in den Orten leben, an denen die Verbrechen stattgefunden haben. Mauthausen ist wohl der bekannteste. Kein Wunder, dass viele Bewohner in der Ferne nicht gerade damit prahlen, dass sie hier aufgewachsen sind, wobei sie selbst wie auch ihre Familien nichts ändern hätten können.Der Autor Johannes Epple ist selbst in Mauthausen aufgewachsen und kennt dieses zweischneidige Schwert. Zum einen ist man stolz, weil man aus einer wirtschaftlich und kulturell flourierenden Gemeinde kommt, andererseits lebt man tagtäglich an einem Ort mit der wohl grausamsten Geschichte. Baden unter der Felswand, von der einst KZ-Häftlinge gestoßen wurden. Weizenfelder dort, wo früher einmal Massengräber waren. All diese Schönheiten eines Ortes, die so eine dunkle Geschichte verbergen, kennt der Autor nur zu gut. In „Gesternstadt“ arbeitet er das auf. Familiengeheimnissen auf der SpurPaul, aus Berlin nach Mauthausen zurückgekehrt, stößt überall auf sie, durch die Nazi-Geschichte des Hauses, das er erben soll, oder durch die Gasmasken, die auftauchen, wenn er im Waldboden gräbt. Wo er auch sucht, findet er nur neue Fragen. Wie soll ich an diesem Ort glücklich werden, fragt er sich. Während sein Onkel im Sterben liegt, muss Paul sich mit den Freunden von einst zum ersten Mal mit der Gesschichte des Ortes auseinandersetzen und will ergründen, weches Geheimnis sein Onkel verbirgt.  Autor: Johannes Epple„Gesternstadt“Verlag: Labor Edition; 1. Auflage, erschienen am 19. Oktober 2012Gebundene Ausgabe: 224 SeitenISBN: 978-3902800053Preis: 19, 95 Euro
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