„Über die Untat des Verlustes“ von Eugen Schweiger

Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 13.02.2013 11:13 Uhr

Drei Jahre lang hat Eugen Schweiger an seinem Entwicklungsroman „Über die Untat des Verlustes„ geschrieben. Danach folgte noch eine dreijährige Überarbeitungsphase, ehe das 1200 Seiten umfassende Erstlingswerk in Druck gehen konnte. Seit vergangenem Donnerstag ist das Buch im Fachhandel erhältlich.„Mir ist bewusst, dass gut 1200 Seiten ein großer Brocken sind. Es ist auch keine leichte Lektüre, schon von der Sprache her, aber ich meine trotzdem, dass es verständlich geschrieben ist“, erklärt Schweiger, der damit bewusst den „nicht so trendigen„ Weg wählte. „Ich wollte nicht an der Oberfläche bleiben, sondern tief in die Reflexion gehen. Und das ist mein Ergebnis, mit dem ich klar einen Gegenpol bieten möchte, welcher der Sprachverwahrlosung entgegenwirkt.“ Der Roman dreht sich um Adrian, einen ohne Vater aufwachsenden Burschen, der sich im Mittelalter noch auf der Suche nach seiner Identität befindet und in seinem Dorf auf Ablehnung stößt. „Es hat mich schon immer interessiert, Leute zu beobachten. Jeder Autor hat zu seinen beschriebenen Charakteren Menschen im Kopf, die er kennt„, stellt Schweiger, der seit dem Abschluss seinen Studiums in Linz Religion an der HTL Perg unterrichtet, fest.„Im Theologiestudium haben sich für mich viele Fragen ergeben, die offen bleiben. Meine Fragestellung fängt deshalb auch nicht bei Gott, sondern immer beim Menschen an. Es gibt für mich auch keine klare Antwort, was Gott ist.“Daher beschäftigt sich der Pädagoge im Wesentlichen mit dem Menschen, seinen innersten Gefühlen, der Fassade, die er nach außen aufrecht halten möchte, und dem oftmaligen Selbstbetrug, der dahintersteckt. „Ich möchte in diesem Buch aufschlüsseln, wie oft man sich selbst belügt und eigentlich nur ein fiktives Dasein führt.„ Gott tritt für Schweiger als Gesprächspartner im vertuschungsfreien Umgang mit sich selbst auf. „Ich bin gespannt, wie lange die Leute es schaffen, das Buch zu lesen, weil es auf vielen Fragen herumreitet, die unangenehm sind. Es ist keineswegs eine Lektür zum Ablenken, man muss sich schon drauf einlassen“, erklärt der Perger Schriftsteller. In die Handlung hat Schweiger auch seine Erfahrungen über den Jakobsweg eingebunden. Während seiner Fußreise von Vorarlberg nach Santiago de Compostela hat der gelernte Optikermeister und Musiker („The Gutknecht„) auch an seinem Roman geschrieben. Das Buch ist wie ein Mythos aufgebaut, dessen Protagonisten ein Spiegelbild der Gesellschaft bilden sollen. Es enthält viele philosophische und theologische Elemente, jedoch nicht in Form der Lehre von oben, sondern von unten, aus der Sicht der jungen Hauptfigur. ZITAT zum Buch: „Man kommt am Weg zu sich nicht an sich vorbei“, so Eugen Schweiger.Das Buch des Perger Autors kann überwww.amazon.de oder http://www.thalia.at bestellt werden oder über Eugen Schweiger direkt: http://literatur.prinzip.at Autor: Eugen Schweiger“Über die Untat des Verlustes„ISBN: 978-3902773067Preis: 26, 90 Euro
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