Der Q3 verkauft sich wie geschnitten Brot, trotzdem hatte Audi den Mut, bei der dritten Generation ein paar neue Duftmarken zu setzen.

Mit dem Erfolg ist das so eine Sache. Schön wenn man ihn hat, sich darin zu suhlen geht aber nur kurzweilig, weil sich ja stets auch gleich die Frage aufdrängt, was damit jetzt anfangen. Manche Hersteller verfolgen hier den „Mehr vom Selben“-Ansatz, bewährtes wird gehegt und gepflegt, die Kundschaft soll nicht mit großen Veränderungen überfordert und gar vergrämt werden. Ist auch voll okay so, nur das dabei eventuell der Zug der Zeit an einem vorbeifährt.
Audi hat hier traditionell einen etwas anderen Zugang und macht dabei auch vor dem ultimativen Verkaufsschlager Q3 keinen Halt. Die neue Generation distanziert sich optisch deutlich vom Vorgänger, ohne dabei aber über die Stränge zu schlagen und selbigen alt aussehen zu lassen. Die Front ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Wucht, das fein ziselierte Lichtdesign wird via Matrix-LED und digitalen OLED Leuchten am Heck besonders gekonnt in Szene gesetzt.
Das SUV neu erfinden kann Audi zwar auch nicht, bei dem markanten Look müssen sie das aber auch gar nicht. Schon klar, ein Griff in die Kiste mit den coolen Extras ist schon anzuraten. Serienmäßige 17-Zoll Felgen und aufpreisfreies Weiß machen den Q3 jetzt auch nicht zu einem schlechten Auto, aber Salbeigrün-Metallic, 20-Zoll Audi Sport Felgen und S Line Exterieur setzen den Audi erst würdig und recht in Szene. Tut beim Kaufpreis sicher etwas weh, aber der Schmerz vergeht, die Freude bleibt.
Detto im Interieur, so man digitalen Landschaften wohlgesonnen ist. Das dem Fahrer zugeneigte Curved Dsiplay mit 11,9 Zoll großen digitalen Anzeigen und einem 12,9-Zoll Touchscreen hat das Potential zu beeindrucken als auch einzuschüchtern. Die andernorts zart aufkeimende Hinwendung zu analogen Tasten ist am Audi vorüber gezogen. Trotzdem ist die Bedienung ein Selbstläufer, auch die neue Bedienleiste für Blinker, Wischer und Licht geht rasch ins Blut über. Den Rest übernehmen direkt anwählbare Klimaeinstellungen und talentierte Sprachsteuerung.
Das muss man erst mal schaffen, ein technisch kühl wirkendes Interieur zu kreieren, in dem man sich trotzdem auf Anhieb wohl fühlt. Schön auch, dass sich derart ohne teure Extras erleben lässt. S-Line Interieur wirkt schon auch, aber feine Verarbeitung und schicke Materialien sind genauso serienmäßig wie die guten Platzverhältnisse. Einzig der Kofferraum ist mit 488 bis maximal 1.386 Litern nicht der Größte, macht das aber mit verschiebbarer Rückbank und 2:1:2 umlegbare Fondlehnen wett.
Und wie passt zum Premium-SUV der Basisbenziner, seines Zeichens ein mild-hybrider 1.5 Liter Turbobenziner mit 150 PS, 250 Newtonmeter und 7-Gang DSG? Für sich betrachtet reicht die Leistung locker, ein wenig hinkt die Performance der Optik aber hinterher. Der größte Feind liegt dabei wie üblich im eigenen Bett, der 272 PS starke Plug-in-Hybrid ist um nur 3.000,00 EUR teurer. Was für den TFSI spricht: Größerer Kofferraum und geringeres Gewicht, letzteres mit allen Vorteilen bei Querdynamik und Verbrauch. Das Eine steht hier bewusst vor dem Anderen.
Der Audi Q3 TFSI startet bei 46.900,00 EUR, via reichlich Extrapaketen landet man so wie unser Testwagen bei 64.840,00 EUR.
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Echt lässig: Alles neu und doch irgendwie vertraut.
Echt stressig: Auf den 1. Blick die Displaylandschaft. Auf den 2.Blick nichts.
Echt fett: Das es auch einen 150 PS starken Diesel gibt.
Echt schade: Viele Extras sind in vielen Paketen um viel Geld geschnürt.
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Daten Audi Q3 TFSI 110 kW
Motor: 4-Zylinder Turbobenziner/Mild-Hybrid
Systemleistung: 150 PS
Max. Drehmoment: 250 Nm/1.500 U.
Testverbrauch: 6,4 Liter
Vmax: 209 km/h
0 auf 100 km/h: 9,1 Sek
Preis Testmodell ab EUR 64.840,00
Preis Basismodell ab EUR 46.900,00










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