Goldene Herbstwanderung auf den Eibenberg

Claudia Schallauer, 06.11.2022 12:30 Uhr

EBENSEE. Nach einem eher gemütlichen letzten Tourentipp wird es jetzt noch einmal knackig. Auf alle, die in der heurigen Wandersaison fleißig ihre Kondition trainiert haben, warten am Weg zum Eibenberg nach etwa 900 Höhen- metern ein wunderschöner Grat mit einem der schönsten Ausblicke auf den Traunsee und ein originelles Gipfelkreuz. Die Anreise erfolgt mit den Öffis.

 

Ob mit Freunden, Familie, Hund oder zum alleine Genießen – die Besteigung des 1.598 Meter hohen Eibenbergs erfüllt mit der Kombination aus sonnenverwöhntem Aufstieg, schöner Weganlage und 360-Grad-Panorama alle Bergsteiger-Wünsche.

 

Mit Zug und Wandertaxi zum Einstieg

Die Anreise erfolgt mit dem Zug nach Ebensee Landungsbrücke oder Steinkogel. Von dort fährt das Traunsteintaxi (unbedingt vorher reservieren!) – unser Stopp heißt: Hiaslalm. Bis zur gleichnamigen Hütte ist diese Tour auch für fitte Kinder möglich, es sind etwa 400 Höhenmeter bis dahin. 

 

Sonnenreiche Serpentinen

Gleich bei der Bushaltestelle bzw. beim dortigen Autoparkplatz beginnt die Tour, ein gelber Wegweiser zeigt den Einstieg in den herbstlichen Wald. Eine goldene Schicht aus Blättern bedeckt den mit Wurzeln gespickten Weg.

Stecken sind hier nützlich, da der nicht sichtbare Untergrund mit unebenen Tritten und Wurzelwerk Aufmerksamkeit fordert. Auch unsere Muskeln werden rasch wach, da diese Wanderung die ersten 900 Höhenmeter ohne große Wegmeter in schön angelegten Serpentinen zügig bergauf führt. Trotz der Blätterschicht ist der Wegverlauf gut zu finden, rot-weiß-rote Markierungen auf den Bäumen helfen zusätzlich bei der Wegfindung.

 

Einsatz der Hände

Nur einmal gilt es, achtsam zu sein und knapp unter 1.300 Höhenmetern bei einer Fichte links 90 Grad abzubiegen statt geradeaus weiter zu gehen. Sollte das passieren, endet der erkennbare Weg nach ein paar Metern und fordert zur Umkehr. Die letzten 100 Höhenmeter vor dem Grat wechselt der Weg zu felsigem Untergrund und ein kurzes Stück wollen auch die Hände benutzt werden, um eine kleine Felsstufe zu überwinden. Eisentritte unterstützen hierbei. Und die Belohnung folgt sogleich:

 

Ein Kilometer des Staunens

Zuerst entlockt uns einer der schönsten Ausblicke auf den Traunsee in seiner vollen Süd-Nord-Expansion ein beeindrucktes „Wow“. Diesen zu unserer Linken und den im Vergleich winzig wirkenden türkisen Offensee zu unserer Rechten genießen wir den letzten, fast ebenen Kilometer auf einem nicht allzu schwierigen Grat-Stück. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind aber Voraussetzung. Das Gipfelkreuz leuchtet motivierend vor uns.

 

Picknick beim Gipfelkreuz

Vom Traunstein, Erlakogel, Kremsmauer bis zum Rinnerkogel reicht unser Blick. Drehen wir den Kopf weiter, blicken wir auf die Bergwelt rund um den Wolfgangsee. Diese Kulisse umrahmt unser Picknick, das von zwei gemütlichen Sesseln oder am großzügigen Plateau rund ums Gipfelkreuz genossen werden kann. Der Abstieg erfolgt am Auf- stiegsweg, Stecken sind empfehlenswert. 

 

 

Toureninfos:

  • AUSGANGSPUNKT: Parkplatz Hiaslalm
  • ANREISE: Öffentliche Anreise vom Bahnhof Ebensee mit dem Traunsteintaxi oder mit dem Auto, Aussstieg bzw. Parken beim Stopp/Parkplatz “Hiaslalm“
  • GEHZEIT: ca. 1 h zur Hiaslalm, ca. 1,5 h von dort zum Gipfel
  • ANSTIEG und LÄNGE: ca. 7,5 km und 1.000 hm
  • WEGBESCHAFFENHEIT: Waldweg, Schotterweg, kurze Felskraxelei, Gipfelgrat
  • GEEIGNET FÜR: konditionsstarke Bergwanderer, die über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen
  • HIGHLIGHTS: Gipfelstück, Traumpanorama#

 

 

Claudias Tipp: Mit dem Traunsteintaxi am Berg

Auf insgesamt 15 Routen fahren die Taxi-Partner ganzjährig zu den schönsten Ausflugszielen im Gebiet Traunsee-Almtal.

 

Hier die wichtigsten Tipps, damit die Öffi-Tour klappt:

Unter der Telefonnummer +43 50 4221691 (oder per App) muss bis spätestens zwei Stunden im Voraus reserviert werden. Ich empfehle, das unbedingt früher zu machen, da vor allem am Wochenende gewisse Zeiten rasch ausgebucht sind. Allerdings geht es maximal einen Tag vorher!

Das Taxi fährt – egal an welcher Station – immer nur zur halben oder vollen Stunde ab. Daher gut mit den Zugzeiten abstimmen und einen Puffer einplanen. Die Fahrer warten maximal zehn Minuten, rund um den Offensee haben diese z.B. keinen Handyempfang und können nicht verständigt werden.

Hier der aktuelle Fahrplan: https://traunsee-almtal.salzkam- mergut.at/anreise-nahver- kehr/traunstein-taxi.html

Kosten: Fixpreis innerhalb einer Linie

Résumé: ein einzigartiges, nachhaltiges und zukunftsweisendes Projekt mit einem tollen Wegnetz. Aktuell gibt es noch ein paar kleine Kindheitsfehler, die sich hoffentlich bald auswachsen.

 

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