80 Jahre OÖ Wasser - Mühlviertler Genossenschaften sichern die Versorgung von morgen
MÜHLVIERTEL. Sauberes Trinkwasser ist in Oberösterreich selbstverständlich – doch dahinter steckt viel Engagement. Anlässlich des 80-jährigen Bestehens des OÖ Wasser Genossenschaftsverbandes besuchte Landesrat Stefan Kaineder drei Wassergenossenschaften im Mühlviertel.

Sauberes Trinkwasser, funktionierende Abwasserentsorgung und gesunde Gewässer sind für die Bevölkerung selbstverständlich. Doch hinter dieser Versorgung stehen zahlreiche Menschen, die oft ehrenamtlich Verantwortung übernehmen und mit großem Einsatz für eine nachhaltige Wasserwirtschaft sorgen. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder besuchte drei Wassergenossenschaften im Mühlviertel, die beispielhaft zeigen, wie regionale Initiativen die Wasserversorgung langfristig absichern.
Jubiläum
Der Besuch stand zugleich im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Der OÖ Wasser Genossenschaftsverband feiert heuer sein 80-jähriges Bestehen. Seit acht Jahrzehnten unterstützt der Verband Wassergenossenschaften in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, Hochwasserschutz und Bewässerung.
„Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Dass in Oberösterreich aus jedem Wasserhahn sauberes Trinkwasser kommt, ist keine Selbstverständlichkeit. Hinter diesem Erfolg stehen viele Menschen, die oft im Hintergrund arbeiten. Genau diesen Einsatz wollen wir sichtbar machen und wertschätzen“, betont Landesrat Kaineder.
Mitglieder
Mit mehr als 2.000 Mitgliedsgenossenschaften hat sich in Oberösterreich ein starkes Netzwerk entwickelt. Neben der technischen Betreuung stehen Beratung, Ausbildung und die Unterstützung ehrenamtlicher Funktionärinnen und Funktionäre im Mittelpunkt. Gerade im ländlichen Raum leisten die Genossenschaften einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und stärken die Eigenverantwortung vor Ort.
St. Oswald bei Freistadt: Gut gerüstet für Trockenzeiten
Ein Beispiel für zukunftsorientierte Wasserversorgung ist die Wassergenossenschaft St. Oswald bei Freistadt. Mit 652 Anschlüssen versorgt sie einen Großteil der Bevölkerung zuverlässig mit Trinkwasser. Unter der Leitung von Obmann Karl Haunschmid wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: eine moderne Fernwirkanlage, ein Hochbehälter sowie laufende Sanierungen und Kontrollen sorgen dafür, dass Netzverluste minimiert werden.
Auch in die Arbeitssicherheit wurde investiert. Das Ergebnis ist eine stabile Wasserversorgung, die selbst längeren Trockenperioden standhält. „Die Klimakrise zeigt uns längst, dass Wasser kein Selbstläufer ist. Wer heute vorsorgt, schützt morgen die Versorgung mit dem Lebensmittel Nummer eins“, so Kaineder.
Dingdorf: Wasser als geschlossener Kreislauf
Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt die Wassergenossenschaft Dingdorf. Sie ist nicht nur für die Trinkwasserversorgung zuständig, sondern kümmert sich auch um die Abwasserentsorgung von 23 Haushalten. Obfrau Hermine Wesely führt beide Bereiche mit großem Engagement und betrachtet Wasser konsequent als Kreislauf.
Die Genossenschaft zeigt damit, dass moderne Siedlungswasserwirtschaft auch in kleineren und dezentralen Strukturen erfolgreich funktionieren kann. Versorgungssicherheit und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen gehen dabei Hand in Hand. „Wer Wasser ganzheitlich betrachtet, denkt weiter als bis zum eigenen Wasserhahn. In Dingdorf wird gezeigt, wie Versorgung und Verantwortung zusammengehören“, erklärt Kaineder.
Mehr Natur entlang der Gewässer
Auch die Wassergenossenschaft Amberg-Edtsdorf-Oberthal-Niederthal setzt auf nachhaltige Maßnahmen. Die Genossenschaft mit 47 Mitgliedern betreut eine Fläche von 174 Hektar und sorgt für einen funktionierenden Bodenwasserhaushalt auf landwirtschaftlichen Flächen.
Unter der Leitung von Obfrau Sabine Wall richtet sich der Blick zunehmend auf die umliegenden Gewässer. Durch gezielte Uferbepflanzungen werden Bäche beschattet, Böschungen stabilisiert und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen. Gleichzeitig bleibt der Wasserabfluss auch bei Hochwasser gewährleistet.
Ein neu angelegtes Uferbegleitgehölz macht die Bemühungen sichtbar und steht beispielhaft für den verantwortungsvollen Umgang mit den Wasserressourcen der Region. „Wenn wir unsere Böden schützen, schützen wir auch unsere Bäche, unsere Landwirtschaft und die Artenvielfalt“, sagt Kaineder.
Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft
Die drei besuchten Wassergenossenschaften zeigen auf unterschiedliche Weise, wie moderne Wasserwirtschaft funktionieren kann: regional verankert, innovativ und mit Blick auf kommende Generationen. Für Landesrat Kaineder sind sie Beispiele dafür, wie wertvolle Wasserressourcen langfristig geschützt und gesichert werden können.
Anlässlich des Jubiläums des OÖ Wasser Genossenschaftsverbandes sprach Kaineder allen Beteiligten seinen Dank aus: „Der OÖ Wasser Genossenschaftsverband zeigt seit 80 Jahren, wie nachhaltige Wasserwirtschaft gelingt – regional, verlässlich und getragen vom Einsatz tausender Menschen. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären, die sich Tag für Tag für unser Wasser einsetzen.“


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