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LINZ. 1.000 zusätzliche Bäume sollen künftig die Linzer Innenstadt kühlen. Wo diese stehen könnten, um den besten Effekt zu erzielen, soll ein neuer Baum-Masterplan zeigen.

Mit dem neuen Baum-Masterplan soll Linz grüner werden. Foto: Tips/Stadler
Mit dem neuen Baum-Masterplan soll Linz grüner werden. Foto: Tips/Stadler

 Für ein besseres Stadtklima sollen in der Linzer Innenstadt in den kommenden Jahren 1.000 zusätzliche Bäume gepflanzt werden. „Zusätzlich zu den 400 Bäumen die wir jährlich ohnehin pflanzen“, so Vizebürgermeister und Referent für Stadtgrün Bernhard Baier (ÖVP). „Damit wir hier außer Verdacht sind, nur Marketing-Maßnahmen zu setzen, haben wir uns entschlossen, mit dem Büro 3:0 zusammenzuarbeiten. Damit bekommt die Politik eine fachlich fundierte Grundlage.“ Das Planungsbüro 3:0 Landschaftsarchitektur wurde nun mit der Erarbeitung der ersten Stufe eines Masterplans für die Baumoffensive Linz beauftragt.

Neues Modell „Schwammstadt“

Der Masterplan soll das volle Baumpotenzial im Stadtzentrum planerisch erfassen. Durch die Bautechnik der Schwammstadt sind nun auch Standorte möglich, die bisher als nicht umsetzbar galten. Dieses neue Bauprinzip sorgt im Untergrund für die 36 Kubikmeter lockeren Untergrund, die ein Baum zum Gedeihen braucht. „Der Baum wird immer öfters als Ausstattungsobjekt gesehen“, kritisiert 3:0 Landschaftsarchitekt Daniel Zimmermann.  Dementsprechend werde den Bäumen oft nicht der Platz gegeben den sie zum Wachsen brauchen. Das Resultat: „Riesen-Bonsaibäume“ mit geringerer Lebenserwartung. „Der durchschnittliche Stadtbaum wird in Österreich 20 bis 25 Jahre alt.“ Dies sei fatal.

Heute pflanzen, morgen profitieren

„Wenn wir die Bäume heute pflanzen brauchen sie 20 bis 30 Jahre bis sie klimaaktiv werden“, so der Expert. Um die großen klimatischen Herausforderungen, die auf die Stadt zukommen, künftig meistern zu können, sei es daher notwendig, so bald wie möglich neue Bäume zu setzen. „Aber richtig pflanzen - wir brauchen genug Platz, damit der Baum stabil hält.“

Bäume aus städtischer Baumschule

Ein Großteil der neuen Bäume soll aus der städtischen Baumschule kommen. „ Unsere Baumschule ist vorbereitet. Es werden schon vermehrt die Baumarten herangezogen, die das überleben“, versichert Werner Münzker, Leiter der Abteilung Stadtgrün und Straßenbetreuung. Denn nicht alle Baumarten gedeihen im immer heißeren Klima. Die bisher so beliebte Kastanie zum Beispiel kommt mit den Veränderungen nur schlecht zurecht.

Fertig werden soll der Masterplan im Sommer 2020. Mit dem Pflanzen soll jedoch erst etwas später begonnen werden: „Man kann nichtz zu der Jahreszeit Bäume pflanzen“ erklärt Baier. „Der Herbst und der Frühling sind Jahreszeiten wo man Bäume pflanzen kann.“

Kritik von FPÖ

Kritik kommt von Vizebürgermeister Infrastrukturreferent Markus Hein (FPÖ): „Ein neues Papier hätte es nicht gebraucht. Seit 2015 gibt es bereits ein städtisches Baumpflanzkonzept, das im Zuge der Datenerhebung für den Grünflächenplan erarbeitet wurde.“ Darin enthalten sind Vorschläge jener Straßen, in denen entlang von bestehenden Grünverbindungen Baumreihen zu ergänzen oder neu zu pflanzen sind. „Acht neue Bäume in der Stockhofstraße haben den Grünreferenten – weil Parkplätze wegfallen – bereits zum Einknicken gebracht. Ein neuer 'Baum-Masterplan' hat keinen Mehrwert, wenn der Mut zur Umsetzung fehlt“, kritisiert Hein zudem.


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