Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SCHWEIZ. Zum Ärgernis der Bauern wurde die geplante Wolfsjagd in der Schweiz vom Gericht vorläufig gestoppt. Die Bauern argumentieren, dass die Jagd notwendig sei, um die steigende Wolfspopulation zu kontrollieren, die in den letzten Jahren zu vermehrten Angriffen auf ihr Vieh geführt hat.

Symbolbild: Thierry/stock.adobe.com
Symbolbild: Thierry/stock.adobe.com

Die Entscheidung der Schweizer Gerichte, die Wolfsjagd vorerst auszusetzen, kommt Umweltschützern zugute. Sie argumentieren, dass die Angriffe auf Vieh nicht so stark zugenommen haben wie die Wolfspopulation und weisen auf die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen wie Zäunen, Hunden und Hirten hin.

Wölfe kamen in den 90er-Jahren zurück

Während Europa im Großteil des 20. Jahrhunderts wolfsfrei war, kehrten die Tiere in den 1990er Jahren über die Alpen aus Italien zurück. Ursprünglich als Zeichen für die natürliche Wiederherstellung gefeiert, führte die wachsende Wolfspopulation zu Problemen bei Bergbauern, da ihre Schafe vermehrt gerissen wurden. Die Bergbauern fordern deswegen eine drastische Reduzierung der Wolfspopulation. Umweltgruppen wie Pro Natura hingegen betonen die Rolle der Wölfe bei der Aufrechterhaltung der Biodiversität. Sie warnen davor, dass eine zu intensive Wolfsjagd das Gleichgewicht in der Natur stören könnte.

Rechtliche Entwicklungen 

Die Gesetze zum Schutz von Wölfen wurden unter Druck der Bauern leicht angepasst, um das Töten von „Problemwölfen“ zu erlauben. Dennoch lehnte die Bevölkerung in einer Abstimmung Vorschläge zur weiteren Lockerung der Jagdbestimmungen ab. Die Wolfspopulation stieg seither auf mindestens 300 an, und dieses Jahr genehmigte die Regierung Maßnahmen, die nicht nur die Jagd auf „Problemwölfe“, sondern auch auf ganze Rudel erlauben sollten.

Die Debatte über die Rolle der Wölfe in Europa

Die Diskussion über den Umgang mit Wölfen erstreckt sich über die Schweizer Grenzen hinaus. In der EU wird der Schutzstatus von Wölfen neu bewertet, und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat die Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, die steigende Konzentration von Wolfspacks in einigen Regionen zu überdenken.

Unsicherheit für die Bauern

Die Bauern stehen vor Unsicherheit, da ihre Forderungen nach einer drastischen Reduzierung der Wolfspopulation vorerst auf Eis liegen. Die Entscheidung des Gerichts erhöht den Druck auf alpine Gemeinden, deren Lebensgrundlage bereits durch Kürzungen der Agrarsubventionen beeinträchtigt wurde.


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden