Makrelen-Bestände vor dem Kollaps: Warnung für Europas beliebtesten Speisefisch
WELT. Die alarmierenden Zahlen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) sind ein Schock: Der Makrelen-Bestand im Nordostatlantik steht kurz vor dem Zusammenbruch. Jahrelange Überfischung ignoriert alle wissenschaftlichen Empfehlungen.

Meeresexperten schlagen Alarm. Die aktuellen Bestandszahlen und wissenschaftlichen Fangempfehlungen, die der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) veröffentlichte, zeigen ein düsteres Bild: Die Makrele, ein sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich extrem wichtiger Speisefisch, befindet sich in einer gefährlichen Abwärtsspirale. Experten warnen eindringlich, die Abwärtsspirale müsse jetzt gestoppt werden. Ansonsten werde der Bestand so sehr schrumpfen, dass er sich nicht mehr erhole.
Das Versagen der Küstenstaaten
Seit Jahren scheitern die verantwortlichen Küstenstaaten daran, sich auf eine vernünftige Verteilung der Fangmengen zu einigen. Obwohl der Bestand der Makrele im Nordostatlantik historisch groß war, liegen die Fangmengen seit 2010 durchschnittlich um rund 39 Prozent über den wissenschaftlichen Empfehlungen. Diese Missachtung biologischer Grenzen hat verheerende Folgen.
Zwischen 2014 und 2025 ist der Bestand durch die massive Überfischung um dramatische 78 Prozent geschrumpft. Er steht damit kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch. Dies wird nicht nur die Ökologie der Meere, sondern auch die Wirtschaft in den Küstenregionen hart treffen.
Biologische Grenzen nicht verhandelbar
Jedes Jahr erstellt der ICES wissenschaftliche Gutachten, um die Fangmöglichkeiten in den Gewässern der EU und angrenzender Meere zu ermitteln. Die jüngste Analyse belegt, dass der Bestand unter den sogenannten „Blim“-Wert (biomass limit reference point) gefallen ist. Das bedeutet, er befindet sich außerhalb sicherer biologischer Grenzen. Wird dieser Referenzwert unterschritten, kann sich der Bestand möglicherweise nicht mehr erholen.
Mit der Natur lasse sich nicht verhandeln, so die klare Aussage von Fachleuten. Die biologischen Grenzen müssten dringend eingehalten werden, denn ansonsten werde es bald keine Makrele mehr zu fischen geben. Als direkte Folge der kritischen Bestandslage wird die Makrele in wichtigen Fischratgebern bereits seit April 2025 als „Rot“ und damit als „nicht empfehlenswert“ eingestuft.


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