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ÖSTERREICH. Der Herbst ruft: Für Igel beginnt die wichtigste Phase – Gewicht anfuttern und ein sicheres Winterquartier finden. Es ist Zeit, im Rhythmus der Natur den eigenen Garten zur Zuflucht zu machen. Was die Igel jetzt brauchen, erklärt der Naturschutzbund zum Welttierschutztag.

Ein Braunbrustigel (Foto: Josef Limberger)
Ein Braunbrustigel (Foto: Josef Limberger)

Wenn die Blätter fallen, tickt die Uhr für die Igel. Sie benötigen dringend eine proteinreiche Ernährung und ein sicheres Winterquartier. Zwei Faktoren, die ihr Überleben sichern. Igel sind keine Allesfresser, sondern spezialisierte Insektenfresser. Ihre Hauptnahrung besteht aus eiweißreichen Krabbeltieren, die sie mithilfe ihres hervorragenden Geruchssinns und Gehörs aufspüren. Ihre Sehkraft hingegen ist mittelmäßig; die Orientierung erfolgt über Dämmerlicht und Bewegungen. Beim Stöbern in Laub, Gras und Erde wird nach Nahrung gesucht, wobei extensiv bewirtschaftete Wiesen, Böschungen und besonders Totholz wahre Igel-Buffets darstellen. „Totholz ist ein wahrer Igelmagnet, da die vielen totholzbewohnenden Insekten leicht gefundenes Fressen für die kleinen, stacheligen Insektenfresser darstellen“, weiß Naturschutzbundexpertin Carolina Trcka-Rojas.

Das Winterquartier: Mehr als nur ein Versteck 

Nach dem Fressen kommt die Suche nach dem perfekten Schlafplatz. Igel sind echte Winterschläfer und benötigen einen frostfreien, ungestörten Bereich mit gleichbleibender Temperatur. Hier kann durch Gartengestaltung aktiv geholfen werden: Ein großer, lockerer Laubhaufen ist die beste natürliche Isolierung. Durch die langsame Verrottung der Blätter entsteht Wärme, die den Igel vor dem Frost schützt. Zwischen Ende Oktober und Mitte November beginnen die Igel ihren tiefen Schlaf. Ein Igel, der im späten November noch tagsüber unterwegs ist, ist oft ein spät geborenes Jungtier, das es ohne menschliche Hilfe kaum schafft.

Der igelfitte Garten: Achtsamkeit im eigenen Grün 

Ein naturbelassener Garten ist das größte Geschenk für Igel. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen sie sich frei bewegen und verstecken können.

Durchgang schaffen: Es braucht Schlupflöcher (ca. 10x10 cm) in Zäunen oder Mauern, damit Igel von Garten zu Garten wandern können.Wilde Ecken zulassen: Höhere Grasbereiche oder wilde Ecken sollten stehen gelassen werden. Hier können Igel nicht nur Nahrung finden, sondern sich auch tagsüber verstecken.Ast- und Laubhaufen liegen lassen: Die Faustregel lautet: Bis ins Frühjahr liegenlassen! Diese dienen als sichere Überwinterungsplätze und sollten keinesfalls vorzeitig entfernt oder umgesetzt werden.Verzicht auf Chemie: Auf Pestizide sollte verzichtet werden. Sie vergiften nicht nur die Igel, sondern nehmen ihnen auch die Nahrungsgrundlage.Vorsicht beim Mähen: Mähroboter stellen eine große Gefahr dar. Diese sollten nur unter Aufsicht und bei Tageslicht laufen – oder noch besser, das Mähen sollte, wo möglich, händisch erfolgen. 

Wann wird ein Igel hilfsbedürftig? 

Wildtiere, wie Igel, dürfen grundsätzlich nicht einfach aus der Natur entnommen werden. Wenn ein hilfsbedürftiges Tier gefunden wird – zum Beispiel ein sichtlich kranker oder sehr kleiner Igel, der im November noch aktiv ist – ist der richtige Weg, eine Igelstation oder das Igelzentrum zu kontaktieren. Erfahrene Pfleger*innen sind darauf spezialisiert, diese Tiere über den Winter zu bringen und sie im Frühjahr wieder auszuwildern. So wird sichergestellt, dass der Einsatz fachkundig ist und dem Tier wirklich geholfen wird.


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