Wissenschaftler haben in der Gaswolke eines sich entwickelnden Sterns komplexe organische Moleküle nachgewiesen. Die Stoffe gelten als mögliche Bausteine für späteres Leben. Die Beobachtungen liefern neue Hinweise darauf, wie früh solche Verbindungen im All entstehen.

Wie space.com berichtet untersuchte ein internationales Team rund um den Astronomen Yuxin Lin die Region um einen Protostern, ein Bereich aus Gas und Staub, in dem sich gerade ein neuer Stern bildet. Im dichten Inneren fanden die Forschenden verschiedene organische Moleküle, also chemische Verbindungen mit Kohlenstoff.
Solche Moleküle gelten als Grundbausteine für Aminosäuren und andere Stoffe, die für Leben wichtig sind. Entscheidend ist, dass sie bereits im sehr frühen Stadium der Sternentstehung vorhanden sind.
Chemie beginnt früher als gedacht
Protosterne entstehen, wenn sich eine Wolke aus Gas und Staub unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenzieht. Dabei steigt die Temperatur im Zentrum stark an. Bisher war unklar, ob komplexere Moleküle diese Phase überstehen oder erst später in Planetenscheiben entstehen.
Die neuen Daten zeigen, dass bestimmte Verbindungen schon im heißen Kernbereich existieren. Das bedeutet, dass junge Planetensysteme möglicherweise von Anfang an mit chemischen Bausteinen für Leben ausgestattet sind.
Bedeutung für die Entstehung von Leben
Organische Moleküle können sich auf Staubkörnern bilden und durch Wärme wieder in die Gasphase gelangen. Von dort könnten sie in die Scheibe um den jungen Stern gelangen. In dieser Scheibe entstehen später Planeten, Monde und Kometen.
Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass präbiotische Chemie, also Vorstufen von Leben, in vielen Planetensystemen verbreitet ist. Ob daraus tatsächlich Leben entsteht, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab, etwa von stabilen Bedingungen auf einem Planeten.
Die Forschenden wollen nun weitere junge Sterne untersuchen, um herauszufinden, wie häufig solche Moleküle im Universum vorkommen.


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