Studie verortet Sonne in großer Sternwanderung aus dem Zentrum der Milchstraße
TOKIO/JAPAN. Ein Forschungsteam aus Japan berichtet am Donnerstag, 12. März, von neuen Hinweisen auf eine große Sternwanderung in der Milchstraße. Wie Eurekalert berichtet, könnte die Sonne vor vier bis sechs Milliarden Jahren gemeinsam mit vielen fast identischen Sternen nach außen gewandert sein. Das hätte das Sonnensystem in eine ruhigere Region der Galaxis gebracht und damit bessere Bedingungen für frühes Leben auf der Erde geschaffen.

Möglich wurde die Analyse durch Daten des ESA Satelliten Gaia, der rund zwei Milliarden Sterne vermessen hat. Das Team untersuchte 6.594 Sonnenzwillinge, also Sterne mit sehr ähnlicher Temperatur, Schwerkraft und chemischer Zusammensetzung wie unsere Sonne.
Dabei fiel eine auffällige Häufung von Sternen auf, die etwa vier bis sechs Milliarden Jahre alt sind. Nach Ansicht der Forschenden spricht das dafür, dass die Sonne ihre heutige Position nicht zufällig hat, sondern zu einer größeren Gruppe ausgewanderter Sterne gehört.
Was hinter der Wanderung steckt
Schon länger vermuten Fachleute, dass die Sonne näher am Zentrum der Milchstraße entstand, mehr als 10.000 Lichtjahre weiter innen als heute. Neu ist nun der Hinweis, dass viele ähnliche Sterne zur selben Zeit denselben Weg genommen haben könnten.
Eine wichtige Rolle spielt wohl der Balken im Zentrum der Milchstraße, also die langgezogene Sternstruktur im Inneren unserer Galaxis. Heute wirkt diese Region eher wie eine Barriere für weite Sternbewegungen, doch während ihrer Entstehung könnte sie Gas verdichtet, Sternbildung ausgelöst und Sterne nach außen gelenkt haben.
Warum das für Leben wichtig sein könnte
Die inneren Bereiche der Milchstraße gelten als unruhiger als die äußeren Zonen. Dort treten energiereiche Ereignisse wie Supernova Explosionen häufiger auf, also Sternexplosionen, die ihre Umgebung stark beeinflussen können.
Wanderte die Sonne schon früh in die ruhigere Außenzone, verbrachte das Sonnensystem den größten Teil seiner Geschichte in einer lebensfreundlicheren Umgebung. Die Studie sieht darin einen möglichen Baustein dafür, warum sich auf der Erde Leben entwickeln konnte.
Der Blick geht schon weiter
Veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 12. März in zwei Wissenschaftlern im Journal Astronomy & Astrophysics. Das Team will die Analyse mit einer noch größeren Gaia Datenfreigabe fortsetzen und die chemischen Spuren der Sonnenzwillinge genauer vergleichen.


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