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ULRICHSBERG. Mit 7.600 Unterschriften „gegen den Wasserausverkauf in Ulrichsberg“ machten Mitglieder der AG Böhmerwaldwasser bei ihrem Besuch bei Umweltlandesrat Rudi Anschober darauf aufmerksam, dass das Wasser im öffentlichen Interesse in der Region bleiben müsse. Indes lässt der Wasserrechtsbescheid auf sich warten.

Mit Böhmerwaldwasser, ein paar Nüsse (zum Knacken) und 7.600 Unterschriften stellte sich eine Abordnung der AG Böhmerwaldwasser bei Umweltlandesrat Rudi Anschober ein.

Einen Liter Böhmerwaldwasser und ein paar Nüsse zum Knacken hatte die Abordnung mit im Gepäck, als sie Landesrat Anschober (Grüne) über die geplante Tiefenbohrung in Ulrichsberg informierte. In die Hände spielt den Mühlviertlern da die Tatsache, dass viele Gemeinden nach dem trockenen Sommer bereits neue Brunnenbohrungen veranlassen mussten. Unter anderem wurde in Ulrichsberg oder Aigen-Schlägl die Bevölkerung zum dringenden Wassersparen aufgerufen, weil die derzeit verfügbaren Quellen weniger liefern, als verbraucht wird.

BH ist am Zug

Derzeit wartet man auf den Wasserrechts-Bescheid der Rohrbacher Bezirkshauptmannschaft. Projektbetreiber Johannes Pfaffenhuemer (Water of Life) sagt dazu: „Aus unserer Sicht sind alle strittigen Punkte ausgeräumt und dem Projekt steht nichts im Wege. Solange es aber keinen rechtsgültigen Bescheid gibt, können wir nicht weitermachen.“

Wasser ist Leben

Für ihn bedeutet sauberes Trinkwasser Leben. „Wir sind in der glücklichen Lage, frisches Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben und vergessen leider oft, dass sauberes Wasser in den meisten Gegenden unserer Welt nicht selbstverständlich ist. 80 Prozent aller vermeidbaren Krankheiten haben ihre Ursachen im verschmutzten Wasser“, zeigt der Unternehmer aus Kirchdorf auf und begründet damit die geplante Wasserabfüllanlage für den Gesundheitsmarkt. „Es gibt viele Betriebe, die in der Produktion oder in der Reinigung täglich viel mehr Wasser benötigen. Die stellt man nicht automatisch in Frage“, ergänzt Pfaffenhuemer.

Gemeinde hat Verantwortung

Für die AG Böhmerwald liegt der Ball wiederum bei der Gemeinde: „Unabhängig, wie der Wasserrechtsbescheid von der BH Rohrbach ausfallen wird, die Verantwortung liegt jedenfalls beim Bürgermeister und dem Gemeinderat Ulrichsberg, die einer Flächenumwidmung zustimmen und als zuständige Baubehörde eine Abfüllanlagen-Baugenehmigung erlassen müssen – oder eben nicht.“

Filmabend im Jazzatelier

Passend zum Thema zeigt das Jazzatelier am Freitag, 2. November, um 20 Uhr den Film „Bottled Life“ von Urs Schnell. Eine Enthüllungsdokumentation über das Milliardengeschäft mit abgepacktem Trinkwasser, die auch einen Denkanstoß geben will, wem das Wasser überhaupt gehört.


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