Beißringe für Babys im Test: 14 Produkte empfehlenswert!

AK-Konsumentenberater Österreich AK-Konsumentenberater Österreich, Tips Redaktion, 06.02.2020 10:26 Uhr

Die ersten Zähnchen bei Babys schmerzen oft heftig. Beißringe können da Abhilfe schaffen – zumindest, weil sie das Kau- und Kühlbedürfnis der Kleinen stillen. ÖKO-TEST hat 20 Zahnungshilfen getestet: Die meisten sind empfehlenswert, elf schneiden sogar „sehr gut“ ab. Drei Beißringe fallen allerdings durch: In ihnen wurden auffällige Gehalte an krebsverdächtigen Stoffen nachgewiesen.

Im Prüflabor wurden die Zahnhilfen getestet, ob sie verletzungsgefährliche Kanten oder Spitzen aufweisen, sich verschluckbare Kleinteile lösen können oder Teile mit Kühlflüssigkeit aufplatzen. Mittels Lösungen, die Speichel und Schweiß simulieren, wurde überprüft, ob Farben abfärben. Alle Zahnungshilfen bestanden sämtliche dieser Tests.

In einem Produkt wies das Labor nach ÖKO-TEST-Kriterien einen erhöhten Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nach, in zwei Produkten sogar stark erhöhte Gehalte. In allen drei Fällen handelt es sich um die Verbindung Naphthalin. Sie steht in Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Ein einziger Beißring schneidet mit „ungenügend“ ab. Das beauftragte Labor hat in der Zahnungshilfe Anilin analysiert. Der Farbstoffbaustein aus der Gruppe der aromatischen Amine erwies sich im Tierversuch als krebserzeugend. Das hat in einem Produkt, das Babys in den Mund nehmen, überhaupt nichts zu suchen. Zudem stecken in dem Frosch noch halogenorganische Verbindungen. Viele Stoffe aus dieser Gruppe gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an.

Bei einem Produkt soll eine „silberbasierte antimikrobielle Technologie“ mikrobielles Wachstum auf der Oberfläche der Zahnungshilfe verhindern. ÖKO-TEST hält eine solche biozide Ausrüstung nicht nur für vollkommen überflüssig, sondern auch für problematisch. Denn durch die antibakterielle Ausrüstung von Gebrauchsgegenständen mit Silber erhöht sich die Gefahr, dass sich mit der Zeit silberresistente Bakterienstämme bilden. Das gefährdet den Nutzen von Silber in der Medizin, in der es im Kampf gegen Keime zum Einsatz kommt.

Tipps

  • Legen Sie den Beißring nicht ins Gefrierfach, sondern in den Kühlschrank. Sonst ist er zu kalt das kann die Mundschleimhaut des Babys verletzten.
  • Beachten Sie für die Reinigung die Gebrauchsanweisung. Grundsätzlich genügt es, Beißringe mit warmem Wasser abzuspülen. Auskochen, Geschirrspüler oder Mikrowelle können Materialien zerstören.
  • Prüfen Sie den Beißring regelmäßig auf Abnutzung und Festigkeit. Kaufen Sie bei Anzeichen von Schäden besser einen neuen.
  • Wenn Sie Plastik und Silikon vermeiden wollen, können Sie zu einem der vier „sehr guten“ Beißringe aus Naturkautschuk oder Holz und Textil greifen.
  • Produkte mit antimikrobieller Ausrüstung lassen Sie am besten im Laden liegen. Sie sind unnötig und können zur Resistenz von Keimen beitragen.

Den gesamten Beitrag aus dem Magazin ÖKO-TEST finden Sie aus kostenlosen Download auf ooe.konsumentenschutz.at.

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