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PEKING/CHINA. Wissenschaftler haben erstmals Funkdaten von der Mondrückseite für eine Suche nach möglichem außerirdischem Leben ausgewertet. Die Messungen stammen von der chinesischen Sonde Chang e 4, die seit Jänner 2019 in einer besonders stillen Funkumgebung arbeitet. Gefunden wurde kein verdächtiges Signal, doch die Studie zeigt, dass sich dieser Ort für künftige Beobachtungen besonders gut eignet.

Werden in einigen Jahrzehnten Radioteleskope auf der Rückseite des Mondes nach außerirdischem Leben suchen? (Illustration); Foto: KI-generiert

Seit Jahrzehnten suchen Forscher mit Radioteleskopen nach Signalen außerirdischer Zivilisationen, doch die extreme Empfindlichkeit der Messungen wird durch die von der Erde selbst durch verschiedenste Signale verursachten Funkstörungen stark erschwert. Auf der Mondrückseite schirmt der Mond diese Signale weitgehend ab. Für sehr schwache Messungen ist das ein großer Vorteil.

Wie Universe Today berichtet setzte das Forscherteam aus China genau dort mit Daten eines Radio-Spektrometers an, also eines Instruments zur Messung schwacher Funkstrahlung. Gesucht wurden sogenannte Technosignaturen, also künstlich wirkende Muster im Funkbereich, die nicht gut zu natürlichen Vorgängen passen.

Die Auswertung fand jedoch keinen glaubwürdigen Hinweis auf ein künstliches Signal. Das werten die Forscher trotzdem nicht als Rückschlag, sondern als wichtigen ersten Praxistest.

Stillster Ort für empfindliche Messungen

Die Mondrückseite gilt als einer der ruhigsten Orte, den die Menschheit bisher für Funkbeobachtungen erreicht hat. Gerade für die Suche nach sehr schwachen Signalen könnte das in Zukunft entscheidend sein.

Chang e 4 war dafür allerdings nie als spezielles SETI Gerät gebaut worden. Die Sonde diente daher eher als Testfall, um Methoden zu prüfen und zu zeigen, dass sich solche Daten von dort überhaupt sinnvoll analysieren lassen.

Standort für künftige Radioteleskope

Das Team kombinierte mehrere Analysewege, um Störungen aus den Messungen zu entfernen und regelmäßige Muster zu prüfen. Damit entstand ein Verfahren, das bei späteren Missionen mit besseren Instrumenten direkt weitergenutzt werden könnte.

Für die Astronomie ist das Ergebnis daher größer als ein bloßes Nein. Es zeigt, dass die Mondrückseite nicht nur wissenschaftlich interessant ist, sondern auch ein realistischer Standort für künftige besonders empfindliche Radioteleskope sein kann.


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