Tragödie: Ex-Skirennläuferin stirbt bei Lawinenunglück
ITALIEN. Am Donnerstagvormittag kam es im lombardischen Valdidentro zu einem tragischen Lawinenunglück. An der Südwestflanke des Monte Cornaccia löste sich auf rund 2900 Metern Höhe eine Lawine, die zwei Skitourengeher in den Tod riss.

Berichten zufolge handelt es sich bei den Opfern um die ehemalige italienische Skirennläuferin Marika Mascherona und ihren Begleiter Alberto De Maron.
Lawine nach Schneewächten-Abbruch
Nach bisherigen Ermittlungen war eine dreiköpfige Skitourengruppe im hochalpinen Gelände unterwegs. Vermutlich brach unter ihren Füßen eine Schneewächte ab. In der Folge stürzten zwei der Alpinisten in steiles Gelände und wurden von den nachrutschenden Schneemassen erfasst und verschüttet. Der dritte Begleiter blieb unverletzt und setzte umgehend einen Notruf ab. Bergrettung und Notarzthubschrauber rückten aus und suchten mehrere Stunden nach den Verschütteten. Für die beiden 28- und 26-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Zwei erfahrene Wintersportler
Marika Mascherona stammte aus Bormio und war früher als alpine Skirennläuferin aktiv. Nach ihrer sportlichen Laufbahn arbeitete sie als Skilehrerin in ihrer Heimatregion. Auch Alberto De Maron galt als erfahrener Alpinist und leidenschaftlicher Skitourengeher aus der Valtellina. Beide waren mit den Bergen vertraut und verfügten über umfangreiche Erfahrung im winterlichen Hochgebirge.
Heikle Schneeverhältnisse in den Alpen
Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten in vielen Teilen der Alpen kritische Lawinenbedingungen. Fachleute verweisen auf eine komplexe Schneestruktur mit schwachen Altschneeschichten aus dem frühen Winter, die durch spätere Neuschneefälle überdeckt wurden. Steigende Temperaturen verschärften die Instabilität zusätzlich. Gerade in hochalpinen Lagen mit ausgeprägten Graten und Schneewächten gilt besondere Vorsicht. Schneewächten entstehen durch Windverfrachtung und können oft weiter ins Leere hinausragen, als es von oben erkennbar ist. Ihr plötzlicher Abbruch kann nicht nur Abstürze auslösen, sondern auch Lawinen in steilen Flanken in Gang setzen.
Beliebtes, aber anspruchsvolles Tourengebiet
Das Gebiet rund um den Monte Cornaccia nahe der Grenze zur Schweiz ist ein beliebtes Ziel für Skitourengeher. Die Region oberhalb der Cancano-Seen bietet eindrucksvolle Routen, erfordert jedoch alpine Erfahrung und eine sorgfältige Einschätzung der Lawinenlage.

